Radfahren
Helmregelung per Gesetz wird unterschiedlich diskutiert

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Schon Franz Schröder, der Pionier des Hochrads in Uwe Timms Roman 'Der Mann auf dem Hochrad', stellte fest: Wenn man ohne Helm vom Fahrrad fällt und mit dem Kopf auf dem Boden aufprallt, kann das wehtun und gefährlich sein. Deswegen hat sich wohl das 'Niederrad' durchgesetzt.

Doch auch zwei Jahrhunderte später verletzen sich – obwohl es jetzt Helme gibt – bei Unfällen mit dem Fahrrad immer noch viele Menschen. Zum Teil sogar tödlich, wie Polizeihauptkommissar Christian Owsinski in Kempten berichtet: 'Im Bereich des Präsidiums Schwaben Süd/West endeten 2011 schon sechs Fahrradunfälle tödlich, weil kein Helm getragen wurde.' Die Verletzungsgefahr ohne Kopfschutz sei um ein Vielfaches größer als mit.

Verkehrsminister Peter Ramsauer droht nun mit einer neuen Vorschrift, wonach der Fahrradfahrer zukünftig Helm tragen müsste. Bis jetzt gehen nur neun Prozent aller Radfahrer stets auf Nummer sicher.

Was sagt der 'Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club' (ADFC) zu diesem Vorstoß? 'Wir lehnen diese Überlegung grundsätzlich ab', erläutert Herbert Müller, Vorsitzender des Verbands Kempten-Oberallgäu. Er hält es für sinnvoll, dass Fahrradfahrer weiterhin ihren Helm freiwillig tragen dürfen. 'Studien belegen den Rückgang von Zweirädern auf den Straßen in Australien und Spanien, als dort die Helmpflicht eingeführt wurde', erklärt Müller.

Ganz anders denkt Ute Heinze (44) aus Kempten: 'Ich möchte selber entscheiden, ob ich mich mit einem Helm schütze oder nicht.' Es würde schon zu viele Gesetze geben. Dennoch seien 'Hinweise von der Polizei nützlich, einen Helm zu tragen.'

'Sofort, ja' antwortet Walter Schmidt (51) auf die Frage, ob eine Helmpflicht sinnvoll wäre. Der niedergelassene Unfallchirurg hat schon oft Verletzungen behandelt, die sich Radfahrer ohne Helm zugezogen hatten. 'Die Vergangenheit zeigt, dass die meisten tödlichen Verletzungen auf dem Fahrrad entstanden sind, weil kein Helm getragen wurde', erklärt der Kemptener. Auch wenn sie nicht tödlich endeten, seien die Behandlungen von Schädel-Hirn-Verletzungen oftmals sehr problematisch.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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