Marktoberdorf / Ronsberg
Helme in diesem Winter der große Renner

Wenn Frau Holle ihre Betten über dem Allgäu ausschüttelt, bringt das nicht nur kalte Nasen und vereiste Straßen, sondern auch jede Menge winterliche Freuden. Zum Beispiel auf der Skipiste oder der Langlaufloipe.

Nach Auffassung von Sport Schindele in Ronsberg geht es in dieser Saison aber vor allem neben die Piste: «Freeriding ist bei uns im Moment sehr stark», sagt Junior-Chef Wilhelm Schindele. Auch die Tourengeher rennen dem Sporthaus die Türen ein. Man habe jetzt schon mehr Tourenski verkauft als im vergangenen Jahr, sagt Schindele.

Auf eines achten die Wintersportler in diesem Jahr allerdings besonders: ihre Sicherheit. «Helme sind der absolute Renner», meint Schindele, der den Boom mit dem gestiegenen Sicherheitsbewusstsein der Sportler erklärt. «Da hat früher keiner drüber gesprochen, aber seit im Vorjahr so viele Skiunfälle passiert sind, ist das ein heißes Thema», so Schindele.

Christian Stegmüller, Inhaber der «Sportfreunde» in Marktoberdorf, findet es tragisch, dass dieses Bewusstsein erst nach den Unglücksfällen kam, aber auch bei ihm laufen die Helme gut - die Nachfrage sei sehr groß. «Mittlerweile hat sich dieses Sicherheitsbewusstsein in den Köpfen der Menschen festgesetzt», glaubt Stegmüller. Die Helme werden allerdings nicht fürs klassische alpine Skifahren gekauft, sondern auch für neue und alte Trendsportarten. Bei Stegmüller sind vor allem Schlitten ein Verkaufsschlager, aber auch sogenannte Skibockerl. Das ist ein Ski mit einem kleinen aufmontierten Sitz, der über das Gleichgewicht gesteuert wird. «Das kommt super an», meint Stegmüller.

Den Trend hin zu mehr Sicherheit hat auch Robert Lipp vom gleichnamigen Sportgeschäft festgestellt. «Die Schutzausrüstung querbeet wird für die Kunden immer wichtiger», sagt Lipp. Doch nicht nur für ihre Sicherheit beim winterlichen Vergnügen scheinen die Kunden zu investieren, auch in die Funktionalität der Bekleidung: Bei Sport Lipp wie in allen anderen Sportgeschäften in und um Marktoberdorf sind «Soft-shell-Jacken» gefragt.

Das sei der große Renner, betonen die befragten Händler übereinstimmend. «Dieser Bereich kommt immer mehr», sagt auch Christian Schreyer von «outdoortrends» in Marktoberdorf. Was laut Stegmüller und Schreyer ebenfalls kommt, sind Jacken, die nicht nur in einer Jahreszeit ihren Zweck erfüllen. Besonders die Zweilagen-technik - also zwei dünnere Funktionsjacken übereinander - sei stark begehrt, sagt Stegmüller.

Bunt und Mützen mit Bommel sind in

Während die Kunden in Sachen Sicherheit scheinbar konservativer denken, tun sie es in Modefragen gerade nicht. «Bei Damen und Herren geht der Trend eher in Richtung farbig und gemustert», sagt Wolfgang Hannig von «Arthouse Sportswear». Die Kunden seien inzwischen mutiger, meint Hannig. «Die Leute wollen einfach Farbe zeigen», ist Christian Stegmüller überzeugt. Das Material werde dabei immer leichter und wärme trotzdem gut, sagt Angelika Schindele vom gleichnamigen Sporthaus.

Einen besonderen Trend hat Christian Schreyer entdeckt: «Mützen mit Bommel müssen es sein. Und je knalliger, desto besser», so Schreyer.

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