Heizwerk
Heizwerk versorgt das Fischinger Kurhaus Fiskina und fünf weitere Abnehmer

Ein Jahr ist es her, dass im Fischinger Kurhaus 'Fiskina' die neue Biomasseanlage in Betrieb ging. Ein Jahr, in dem es darum ging, harmlose Kinderkrankheiten zu beseitigen, das richtige Gespür für die neue Technik zu entwickeln und Erfahrungen zu sammeln. Rundum zufrieden zeigte sich nach dieser Feuerprobe Bürgermeister Edgar Rölz bei der Präsentation der neuen Hackschnitzelheizung, die rund 750 000 Euro gekostet hat. Zuschüsse in Höhe von 100 000 Euro gab es durch das Programm 'Erneuerbare Energie' und vom Technologie- und Förderzentrum aus dem Programm 'Bioklima'.

Der Gedanke der Wertschöpfung war bei der Entscheidung zum Bau eines eigenen Blockheizwerkes entscheidend, so Rölz. Schon vor fünf, sechs Jahren befasste sich der Gemeinderat mit Alternativen zur alten Heizung in der 'Fiskina'.

Die sei anfangs mit Öl befeuert, später auf Erdgas umgerüstet worden. Bei einem Verbrauch von 70 000 Liter Heizöl für die Produktion von 700 000 Kilowatt pro Jahr ökonomisch wie ökologisch auf die Dauer fatal, befand der Gemeinderat angesichts steigender Energiepreise.

Eine große Lösung, mit der der gesamte Ort per Blockheizkraftwerk hätte versorgt werden können, habe sich jedoch als wenig sinnvoll erwiesen. Die jetzige 'kleine Insellösung' überzeugte dagegen. Angeschlossen sind neben der 'Fiskina', der Kindergarten, das Alte Rathaus und drei Privathäuser.

Die Effizienz sei hervorragend, versicherte Ingenieur Karl Güttinger, dessen Büro mit der Projektleitung betraut war. So benötige man statt der bisherigen 700 Kilowatt allein für die Versorgung der 'Fiskina' nun nur noch 500 Kilowatt für insgesamt sechs Abnehmer. Der Wirkungsgrad der Wärmetauscher liege bei 99 Prozent, und auf dem Weg zu den Verbrauchern gebe es lediglich einen Verlust von acht Prozent Energie.

Der Bürgermeister stellte zudem eine Rechnung auf, die über den Spargedanken hinaus ging: Weil die Hackschnitzel ausschließlich aus der Region stammten, blieben die rund 20 000 Euro Energiekosten ebenfalls hier – statt nach Russland oder in die Golfstaaten zu fließen.

Inzwischen fülle man das Hackschnitzellager im Keller der 'Fiskina' zusätzlich zu den wöchentlichen Lieferungen aus Wiggensbach schon mit Material aus gemeindeeigenem Wald. Für die Anschließer lohne sich die Sache ebenfalls, weil sie weder Tank noch Kaminkehrer oder Wartung zahlen müssten. Zudem spare man im Ort rund 273 Tonnen CO2 ein. Denn die Biomassenanlage habe sieben mehr oder weniger moderne Heizungen einfach überflüssig gemacht. 'Und sie ist sogar noch ein wenig ausbaufähig', wie der Bürgermeister verriet.

Bei der Präsentation der neuen Heizanlage: (von links) Haustechniker Klaus Jocham, Karl Güttinger (Projektleitung) und Bürgermeister Edgar Rölz. Foto: Wiartalla

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