Scheidegg
Heimisches Holz liefert Wärme

Pünktlich zum Beginn der Heizperiode hat das Scheidegger Holzhackschnitzel-Heizwerk mit der Lieferung von Wärme begonnen. Jetzt wurde für das Millionenprojekt Richtfest gefeiert. Bürgermeister Ulrich Pfanner sprach dabei von einem «Meilenstein» für den heilklimatischen Kurort.

Betrieben wird die Anlage von der BioEnergie Allgäu. Sie investiert in Scheidegg 4,5 Millionen Euro. Der Bau ist fast fertig. «Wir liegen zeitlich voll im Plan», schildert Karl-Heinz Lumer die Lage. Er ist wie seine Kollegen Erwin Bischofberger und Michael Lucke Geschäftsführer der BioEnergie.

Derzeit werden die Scheidegger Kurkliniken und ein großer Gewerbebetrieb mit Wärme beliefert. Als nächster Schritt sollen im kommenden Jahr neben weiteren Gewerbebetrieben auch Privathaushalte an das bereits geplante Fernwärmenetz angeschlossen werden. Im Probebetrieb läuft die Anlage seit Anfang Oktober. Genutzt wird die fertig installierte Heizölfeuerungsanlage.

Nach Fertigstellung des Holzhackschnitzel-Heizwerks soll sie «nur» noch die Spitzenlasten abdecken, also Zeiten, in denen kurzfristig erhöhter Wärmebedarf besteht.

Herzstück der Anlage ist der Holzhackschnitzel-Kessel. Er wird jährlich rund neun Millionen Kilowattstunden Wärme produzieren, nach Angaben der Betreiber rund 90 Prozent des Wärmebedarfs der späteren Abnehmer. 6000 Tonnen Holzhackschnitzel im Jahr werden in Scheidegg «verheizt».

Um den Kessel in Betrieb nehmen zu können, sind in den kommenden Tagen noch einige Arbeiten nötig. Die hausinterne Verrohrung muss fertiggestellt, eine Krananlage in Betrieb genommen und die Außenanlage fertiggestellt werden. Dies ist Voraussetzung, um die Hackschnitzel problemlos anliefern zu können. Mitte November soll die Holzlieferung starten.

Geplant ist hier nach Aussage von Rathauschef Ulrich Pfanner der 12. November. Ab diesem Datum läuft dann auch der Holzhackschnitzel-Kessel auf vollen Touren.

Die Hauptmasse des Holzes kommt nach Angaben der Betreiber aus dem Allgäu - naturbelassenes Holz aus der Land- und Forstwirtschaft, Hölzer, die in der Landschaftspflege anfallen, sowie unbelastetes Restholz aus Sägewerken. Die regionale Versorgung spare Transportwege, sichere Arbeitsplätze in der Region und schone die Umwelt, erläutert Projektmanager Xaver Wagner. Über das neue Heizwerk würden jährlich 1,1 Millionen Liter Heizöl, beziehungsweise 1,1 Millionen Kubikmeter Gas gespart. Das vermeide den Ausstoß von 2900 Tonnen des klimaschädlichen CO2.

Darüber freut sich auch Bürgermeister Ulrich Pfanner. Gerade für einen heilklimatischen Kurort wie Scheidegg sei eine saubere Luft von besonderer Bedeutung: «Mit dieser Anlage können wir viele kleine Heizanlagen ablösen, und somit als Marktgemeinde Scheidegg unseren kleinen Beitrag für den Klimaschutz leisten.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen