Heimenkirch (sen).

13 Musikkapellen und drei Spielgruppen aus dem Bezirk Lindau des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM), dem benachbarten Kreisverband Ravensburg, dem Blasmusikverband Vorarlberg und ASM-Bezirk Kempten sind am Samstag in der Heimenkircher Doppelturnhalle zu konzertanten Wertungsspielen angetreten. In der Oberstufe ließ sich auch die Musikkapelle Wohmbrechts bewerten. Die 58 Musiker um Dirigent Ernst Netzer erwarben sich dabei mit 86 Punkten ein 'sehr gut'.

Wie ein Feldherr, der die Aufstellung seiner Truppen organisiert, steht Dirigent Ernst Netzer vor seinen 58 Musikern. Den Taktstock mal lässig pendeln lassend, dann wieder zielgerichtet ein Instrument ins Visier nehmend: Für den Dirigenten der Musikkapelle Wohmbrechts sind die Minuten vor dem Beginn des Wertungsspiels entscheidend, um den letzten Schliff zu setzen und gleichzeitig 'den Druck von den Musikern wegzubekommen'.

Seine Instrumentalisten sind dabei hochkonzentriert. Auch diejenigen die gerade nicht im Visier ihres Dirigenten sind, sind voll bei der Sache und widmen ihre ganze Aufmerksamkeit auch jeder noch so kleinen Geste ihres musikalischen Leiters. Allein aus Netzers Körpersprache und jeder kleinsten Bewegung des Taktstocks scheinen die Musiker die richtigen Rückschlüsse zu ziehen. 'Wir bleiben ruhig und gelassen, spielen mit Sachlichkeit und positiver Spannung', beruhigt Netzter seine Musikanten.

Trotz aller klanglichen Harmonie fällt Ernst Netzer bei jedem Probendurchgang doch noch eine Kleinigkeit auf, die er für verbesserungswürdig hält. Dazu verlässt er auch schon einmal das Podium und stellt sich mitten im Zuschauerraum auf. 'Das war schon ganz schön - nur müsst ihr auch noch zusammen spielen', scherzt der Chef der Wohmbrechtser Musikkapelle und hat damit 58 Lacher auf seiner Seite. Dann wird er aber schnell wieder ernst, wenn etwa der Drei-Achtel-Takt zu schnell gespielt wird oder er seine übereifrigen Schlagwerker bremsen muss. Netzer findet die Richtige Mischung aus Lässigkeit und Professionalität, die seinen Musikern Bestnoten beschert. Die 58 Frauen und Männer wissen worauf es ankommt, wenn ihr 'Chef' ihnen eine Stelle in der Partitur erklärt: 'Das ist die Stelle, wo wir beweisen müssen, dass wir Musik machen können.'

Auch als das Klacken von hohen Absätzen im Zuschauerraum nicht so recht zum gerade angestimmten Drei-Achtel-Takt passen will - Ernst Netzer nimmt‘s gelassen, zieht schmunzelnd eine Augenbraue hoch und deutet seiner Kapelle an, dass nach wie vor der von ihm vorgegebene Takt angesagt ist. Nach 20 Minuten konzentrierter Musikarbeit und den beiden Titeln 'Appalachian Overture' von James Barnes sowie 'Overture Jubiloso' von Frank Erickson haben es die Wohmbrechtser geschafft. Insgesamt 86 Punkte war den vier Wertungsrichtern die Leistung der Westallgäuer wert, was mit einem 'sehr gut' gleichzusetzen ist.

iDie Wertungsspiele fanden im Rahmen des Bezirksmusikfestes statt. Das findet anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Musikkapelle Heimenkirch vom 12. bis 15.Juli in Heimenkirch stattfindet.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ