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Hawaii an der Iller: Sportler wollen eingebaute Stromschnelle

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Lehmige Stufen führen hinunter unter die Brücke. Dort, wo die Iller gegen einen schmalen steinigen Streifen schwappt, ist an diesem Mittag einiges los. Sonnenstrahlen brechen sich auf dem Wasser, in dem Christof nun schon minutenlang steht. In Badeshorts - und so entspannt, als wäre der Fluss nicht 14 Grad kalt. Aber Christof ist ja schließlich Illersurfer - und damit Ärgeres gewohnt. Immerhin stürzt sich das mittlerweile stadtbekannte Surfergrüppchen selbst im Winter in die eisigen Fluten.

Joachim Schrade ist auch da. Der << Surfer der ersten Stunde >>, der seit August kräftig die Werbetrommel rührt für die Freizeitsportler und ihren Traum von der << stehenden Welle >>. Mittlerweile, erzählt er gegen das Rauschen im Hintergrund an, steht die Arbeit der vergangenen Monate fast vor der Vollendung. Nicht nur, weil die Surfer, die sich im August 2010 erstmals überhaupt in die Öffentlichkeit gewagt hatten, nun offiziell zu den eingetragenen Vereinen Kemptens gehören.

Sondern auch, weil sie in Kürze das Konzept sowie die Kostenberechnung für eine << stehende Welle >> am Illersteg vorlegen wollen. Dabei handelt es sich um eine künstlich eingebaute Stromschnelle. Derzeit müssen sich die Surfer noch mit Seilen an die Brücke hängen. Und funktioniert das mit der Welle? Die Antwort auf diese Frage wird gerade an Seilen heruntergelassen: Eine Metallrampe, das << Versuchsmodell >> der Surfer.

Damit haben sie sogar schon eine solche << stehende Welle >> hinbekommen - wenngleich auch nur im Miniaturformat. Um die Welle zu erzeugen, wird die Rampe an den Hochwasserabweisern der Brücke im Wasser versenkt. An den hinteren Ecken wird sie leicht nach oben gezogen - dahinter entsteht die Stromschnelle.

Damit das aber im großen Stil und auf fast 13 Metern Flussbreite gelingt, braucht es eine Spezialfirma. << Dreamwave >> heißt sie - sie wird das Konzept erarbeiten. Für die dazu nötigen Daten - es geht vor allem um Höhenprofile des Flussbetts - musste Surfer Schrade einige Klinken putzen. Bei einer Firma, die das Flussbett früher einmal fürs Wasserwirtschaftsamt vermessen hatte, wurde er schließlich fündig.

Und wie geht es weiter? Demnächst werden erst einmal die Stadträte den Surfern einen Besuch abstatten - im Rahmen der geplanten Belebung der gesamten Illerbereiche. Das fertige Konzept für die Welle würde Schrade dann gerne bei der Festwoche vorstellen.

Die Illersurfer sind am Samstag auch Thema beim Zündfunk von Bayern 2 (19.05 bis 20 Uhr) - live aus Kempten.

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