Marktoberdorf / Kairo
Hauptschüler helfen Müllstadt-Kindern

Ein Unterricht der anderen Art stand kürzlich auf dem Stundenplan für Schüler der Klassen 5 bis 7 an der Hauptschule Marktoberdorf. Sie hatten mit Ehab Ezzat einen Lehrer aus der ägyptischen Metropole Kairo zu Besuch. Er ist derzeit auf Einladung der Marktoberdorfer Vereins Müllstadt-Kinder im Ostallgäu unterwegs.

Der ägyptische Gymnasiallehrer berichtete in der überfüllten Aula der Hauptschule über seine Arbeit mit den Ärmsten der Armen in Kairo. Ezzat ist der Koordinator vor Ort für den Marktoberdorfer Verein.

Kairo, eine Stadt mit geschätzten 25 Millionen Einwohnern, hat in den Außenbezirken und den dort angesiedelten Müllstädten nichts mit dem Urlaubsland Ägypten zu tun. Die Menschen wohnen dort in einfachsten Häusern und Wellblechhütten. Die Familien leben davon, dass sie den Müll der Stadt mit Eselskarren sammeln und direkt vor ihren Wohnungen sortieren.

Diese Arbeit ist oft die tägliche Aufgabe der Kinder. An Schulen und medizinischer Versorgung mangelt es. Der Marktoberdorfer Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, in der Müllstadt «15th May» zu helfen.

Den Kindern soll ein Schulbesuch ermöglicht werden, auch sollen dort einfache Behausungen entstehen. Mit dem Kauf von Eseln und Ziegen will der Verein den Menschen helfen, ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Und nicht zuletzt sollen die Spenden dazu beitragen, dass die Kinder einmal für ein Wochenende ihre Umgebung verlassen können und bei einer Freizeitaktivität ein bisschen Kindheit genießen können.

Ein Müllsack als Bett

Die Marktoberdorfer Hauptschule hat in den vergangenen Jahren einen Teil des Erlöses ihres Weihnachtsbasars dem Religionspädagogen an der Schule, Günter Claeys vom Verein «Müllstadtkinder, zur Verfügung gestellt, um in der Müllstadt zu helfen. Als kleines Dankeschön konnten nun die Kinder sehen, was mit ihren Spenden geschehen ist. Der persönliche Bericht und die Bilder, die Ehab Ezzat zeigte, beeindruckten seine jungen Zuhörer.

Eine Kindheit in einer der Müllstädte bedeutet schwerste Arbeit bei unerträglichen Temperaturen und abends ein Bett, das aus Müllsäcken besteht. Und dabei sind die ägyptischen Kinder genau so alt wie die Marktoberdorfer Schüler.

Am Ende der Veranstaltung übergaben die Kinder stolz ihr gesammeltes Geld. Gespendet wurden 260 Euro. Die Schüler möchten, dass ihr Geld für den Kauf von Eseln, Ziegen und Schulmaterial verwendet wird. Die Klassen hatten sich auch Namen für ihre Tiere ausgedacht und Ezzat versprach, jeder Klasse ein Foto zukommen zu lassen.

Demnächst wird der schon früher von den Allgäuer Kindern gespendete Esel Napoleon noch einen Artgenossen namens Jakob neben sich im Stall finden. Auch mehrere Ziegen können so gekauft werden und südlich von Kairo leben bald auch die Ziegen Doro five und Doro six - eine Spende der Klasse 5 D. (cl)

Für alle, die an der Arbeit des Vereins interessiert sind und sich aus erster Hand über die Bedingungen, unter denen die Menschen dort leben müssen, informieren wollen, hält Ehab Ezzat am Mittwoch, 21. Juli, um 20 Uhr einen Vortrag im Rathaussaal in Marktoberdorf.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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