Biessenhofen
«Hauptschüler fürs Lesen gewinnen»

Leseförderung wird in der Bücherei Biessenhofen groß geschrieben. Vier Schulklassen und drei Kindergartengruppen besuchten die Bücherei 2009, von 328 Lesern (Kasten) sind 146 unter zwölf Jahre alt und an den fast 5400 Medien haben die 1785 Kinderbücher den größten Anteil.

«Dazu kommen zahlreiche Jugendromane», betont Sabina Miller. Bewährt habe sich auch die Zusammenarbeit mit der hiesigen Schule. Wird dort ein Schriftsteller eingeladen, kauft die Bücherei dessen Werke. «So locken wir Schüler in die Bücherei», so Miller. Um die Jugend zum Lesen zu bringen, sei es generell wichtig, aktuelle Anlässe aufzugreifen: auch Autorenlesungen, wie zuletzt die von Rafik Schami in Marktoberdorf.

Die gelernte Volksschullehrerin Miller zog nach neun Jahren als Büchereileiterin in Biessenhofen Bilanz. Um ein wenig kürzer zu treten, trat sie am Mittwoch das Regiment an Henriette Leis ab. Zwar bleibt sie dem Haus als Mitarbeiterin erhalten: «Aber der Termindruck fällt weg.» Leitung bedeutet stets Organisation, weiß die 63-Jährige. Statistiken müssen abgegeben, Unterschriften der Gemeinde eingeholt, Plakate geklebt werden. Feste oder Lesungen wollen organisiert sein.

Mitarbeit seit zehn Jahren

Neben Gemeinde und Pfarrei ist die Volkshochschule Träger der Einrichtung. Deshalb sprach auch VHS-Leiter Gerhard Reinholz bei Millers Amtsübergabe an Henriette Leis. Er sieht die Kontinuität gewährleistet: «Frau Miller arbeitet weiter und Frau Leis ist ja auch nicht erst seit gestern da», so Reinholz schmunzelnd. Henriette Leis (54) hatte zuvor schon zehn Jahre in der Bibliothek gearbeitet. Bekannt ist Leis, die seit 18 Jahren in Altdorf lebt, auch durch ihre Mitarbeit in einem ökumenischen Krankenbesuchsdienst. In der Bücherei will sie die Leseförderung fortsetzen: «Wir müssen die Hauptschüler stärker fürs Lesen gewinnen.» Dass es da Defizite gebe, sehe sie an «holprigen» Leistungen bei Lesewettbewerben. «Und wir verlieren die Kinder, wenn sie in die Hauptschule gehen», sagt Leis: «Die kommen erst wieder als Erwachsene - mit ihren Kindern.» Wenn überhaupt.

Stephanie Meyers Vampirromane liegen in der Gunst junger Leser klar vorne. «Für Bis(s) im Morgengrauen und Bis(s) im Abendrot gab es sogar Wartelisten», berichtet Henriette Leis. Ähnlich begehrt in der Bücherei Biessenhofen: «Rauhnacht» von Klüpfel und Kobr.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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