Interview
Hans Well feiert mit mit neuer Kabarett-Gruppe Allgäu-Premiere in Lindenberg

Anfang des Jahres war es ein besonders lauter Paukenschlag in der bayerischen Kabarettszene: Die Biermösl Blosn wurde nach über 35 Jahren zu Grabe getragen, weil zwei der Well-Brüder keine Lust mehr auf eine Fortsetzung hatten. Der Dritte im Bunde und Älteste, Hans Well, allerdings ist nach wie vor voller Tatendrang, was die Arbeit auf der Bühne betrifft. Er hat inzwischen ein neues Ensemble auf die Beine gestellt. Der Name? Ebenso im Entstehen wie die Homepage des Trios Hans Well, Monika Drasch und Michael von Mücke.

Am Freitag, 27. Juli (20 Uhr), gastieren Well und Co. in Lindenberg (Westallgäu) zur Allgäu-Premiere des neuen Programms – nach intensiver Probenarbeit, wie der 59-jährige Well im Gespräch mit unserer Zeitung versichert.

Herr Well, wie ist Ihre Gefühlslage nach dem Biermösl-Blosn-Aus?

Well: Na ja, ich war nicht sehr begeistert vom Ende dieses Ensembles. Und noch immer plagt mich so eine Art Phantomschmerz. Andererseits macht die Arbeit mit Monika Drasch und Michael von Mücke sehr viel Spaß und zeigt mir, dass es auch anders gut weiter geht.

Was ist bei der jetzigen Gruppe anders als bei den Biermösl Blosn?

Well: Nach 35 Jahren macht man natürlich vieles aus einer Routine heraus. Nun, wo alles noch am Anfang ist, benötigt man viel mehr Spontaneität.

Wobei die grobe Richtung gleich geblieben ist: Ich möchte weiterhin das Publikum mit niveauvollen unernsten Liedern unterhalten, teils wie gewohnt einfach lustig und absurd. Aber auch über die Politik kann gebührend gelacht werden.

Wie schwer war für Sie die Suche nach neuen Mitstreitern?

Well: Sie war nicht ganz einfach. Dann aber spielte der Zufall eine entscheidende Rolle: beim Zahnarztbesuch. Zum ersten Mal, dass der nicht nur mit Schmerzen verbunden war. Dort traf ich nämlich Monika Drasch, die nur sechs Kilometer von mir entfernt wohnt. Zwei Tage später kam ich auf die Idee, sie zu fragen, ob sie nicht Lust hat, mitzumachen.

Sie hat offensichtlich Ja gesagt.

Well: Nach einer kurzen Überlegung. Denn sie hat zwei kleinere Kinder, und damit ist ihre Freizeit natürlich ein bisschen beschränkt. Sie hat aber dennoch zugesagt, worüber ich sehr froh bin. Gerade musikalisch passt das nun prima zusammen.

Wie groß ist die eigene Unsicherheit vor der Allgäu-Premiere, ob die neue Geschichte auch gut beim Publikum ankommen wird?

Well: Nicht mehr so groß. Wir haben unlängst bei einem großen Festival in Heilbronn einen Auftritt in neuer Besetzung zusammen mit Urban Priol gemacht, und das Publikum und auch die Presse waren begeistert. So etwas zeigt einem, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Sie lesen Zeitungskritiken?

Well: Ja, natürlich. Für mich ist die Reaktion auf unser Programm, wie das von anderen gesehen wird, schon wichtig. Wenn man sich mit Kritik konstruktiv auseinandersetzt, kann man viel dazulernen.

Sie waren bei den Biermösl Blosn bekannt dafür, ganz kurzfristig noch Texte ins Programm zu nehmen. Wollen sie diese Spontaneität beibehalten?

Well: In jedem Fall. In Heilbronn ist am Tag des Auftritts das Haus des ehemaligen Ministerpräsidenten Mappus durchsucht worden. Das habe ich zwei Stunden vor Veranstaltungsbeginn zur Gaudi des Publikums ins Programm geschrieben. So was macht mir und den Zuschauern Spaß.

Karten für den Auftritt von Hans Well & Co. am Freitag, 27. Juli, um 20 Uhr im Löwensaal in Lindenberg gibt es in der Bäckerei Greber (Telefon-Nummer 08381/ 2850).

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