Mobilfunk
Handymast an der Autobahn: Es bleibt bei 30 Metern Höhe

Haßberg, Tannen, Rockhöflings und Letten - so heißen mehrere Kemptener Weiler zwischen Bachtelweiher und der A7-Anschlussstelle Betzigau. Sie alle werden betroffen sein, wenn der Mobilfunkbetreiber Telefonica O2 nahe der Autobahn einen Handymast aufstellen wird, um die Funkversorgung dort zu verbessern. Bei einer Bürgerversammlung Ende Januar hatte es daher einige Aufregung unter den Anwohnern gegeben (wir berichteten). Vor allem zur Frage, ob der neue Mast tatsächlich 30 Meter hoch sein müsse.

Das Münchner Umweltinstitut hatte also eine erneute Überprüfung durchgeführt, so Antje Schlüter vom Stadtplanungsamt im Bauausschuss. Ergebnis: Ja, eine Höhe von 30 Metern sei tatsächlich notwendig. Ansonsten werde die Versorgung in Richtung Süden zu schlecht. Der Bauausschuss gab am Dienstag einstimmig die Empfehlung, den Mobilfunkmast an der Autobahnabfahrt Betzigau entstehen zu lassen.

Seit über einem halben Jahr läuft die Diskussion zu dem geplanten Mast. Nicht nur in Kempten, sondern auch in Durach und Betzigau, deren Gebiete ebenfalls infrage gekommen waren. Bereits im September hatten sich Durach und Kempten daher geeinigt, mit O2 in das so genannte «dialogische Verfahren» einzusteigen. Dabei suchen die Kommunen gemeinsam mit dem Mobilfunkbetreiber nach Standorten, um die Strahlenbelastung für die Anwohner so gering wie möglich zu halten.

Dass Betzigau dabei nicht mitmachte, hatte in den folgenden Monaten nicht nur bei den Kemptener Stadträten für Verärgerung gesorgt. Sondern vor allem auch bei Anwohnern aus Haßberg, Rockhöflings, Tannen und Letten. Sie wollten nicht akzeptieren, dass Betzigau sich zwar aus der Diskussion heraushalte, dann aber über den Mast auf Kemptener Flur mitversorgt werde.

Daran ändern lasse sich aber nichts, so Stadtplanerin Schlüter. Schon, weil die Mobilfunkbetreiber sich keine Vorgaben in dieser Richtung machen ließen. Und: «Es hat sich herausgestellt, dass die Belastung für die Anwohner bei einem niedrigeren Mast sogar größer wäre», so Schlüter. Denn die Gebäude liegen teils auf Anhöhen und hätten dann mehr Strahlung abbekommen. Der Bauausschuss empfahl den Standort letztlich einstimmig. Ein Bauantrag für die 1,50 mal 1,50 Meter dimensionierte Anlage liegt noch nicht vor.

Zudem beschäftigte sich der Ausschuss noch mit dem neuen Behördenfunk Tetra-BOS und der Erweiterung von zwei bestehenden Anlagen.

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ