Lindenberg
Handgeschriebene Noten, ein «Klostertaler» und ein alter Hut

Wichtige Stationen der 100-jährigen Geschichte des Lindenberger Musikvereins Frohsinn zeigt eine Jubiläumsausstellung im Armenhaus. Ab dem heutigen Samstag sollen die alten Bilder und Requisiten die Lindenberger und alle weiteren Interessierten einstimmen auf das Bezirksmusikfest, das im kommenden Mai in Lindenberg stattfindet.

Unter der Federführung von Josef Wiedemann haben die Musiker zahlreiche Exponate zusammengetragen, die nun in der Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Den Schwerpunkt auf der Reise durch die 100-jährige Vereinsgeschichte bilden viele alte Fotos und Berichte aus der Buchloer Zeitung, die an Stelltafeln chronologisch geordnet gezeigt werden. Mit dabei: eine Aufnahme des jungen Markus Wohlfahrt als Spieler der «Harmoniemusik Wald» beim «Internationalen Jugendmusikertreffen» im Jahr 1982 in Buchloe. Jener Markus Wohlfahrt ist heute Leiter der bekannten Volksmusikkapelle «Klostertaler».

Portrait des ersten Dirigenten

Und ein weiteres Kuriosum ziert die Ausstellung: ein Hut von Anton Knoll. Der Musiker trägt ihn auf dem Foto der Lindenberger Musikkapelle, das im Jahr 1919 beim ersten Auftritt nach dem Weltkrieg gemacht wurde. Die älteste Aufnahme aber stammt aus dem Jahr 1911: ein gestochen scharfes Portrait des ersten Dirigenten Engelbert Schneider.

Darüber hinaus haben die Lindenberger alte, teilweise handgeschriebene Notenblätter zusammengetragen, zahlreiche Urkunden, die sich die Musiker bei verschiedenen Auftritten erspielt haben und auch Urkunden an Vereinsmitglieder.

«Die haben uns geholfen, das tatsächliche Gründungsdatum herauszufinden», erklärt Josef Wiedemann. Denn eine Gründungsurkunde existiert nicht mehr. Überliefert worden ist, sagt Wiedemann, dass diese im Gründerhaus der Familie Hänsle im Boden vergraben und später einbetoniert wurde. In dem stattlichen Anwesen fanden auch die ersten Proben der anfänglich gut ein Dutzend Musiker zählenden Kapelle statt.

Moderner Beiname

Den Zusatz «Frohsinn» führte die Kapelle übrigens nicht von Beginn an: Der kam laut Wiedemann erst im Jahr 1935 hinzu. Damals, bei einer der Wiedergründungen des Musikvereins, sei es schlichtweg «modern» gewesen, den Vereinen Beinamen zu geben.

Ausgestellt ist auch ein alter schwarzer Anzug mit weißem Hemd, worin die Musiker zuerst auftraten. «Trachten gab es damals noch nicht», erklärt Wiedemann. Anfang der 1950er Jahren spielten die Lindenberger immerhin schon in Lederhosen («das machte schon was her»), ab 1956 dann in der ersten Tracht. Doch die Lindenberger blicken nicht nur zurück: Einen Schwerpunkt der Ausstellung bildet laut Josef Wiedemann auch die Nachwuchsarbeit des Vereins.

Die Ausstellung wird am heutigen Samstag ab 14.30 Uhr im Armenhaus eröffnet, die Musikkapelle spielt dazu. An diesem und dem folgenden Wochenende (26./27. September) ist die Ausstellung jeweils samstags und sonntags von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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