Haftstrafe
Haftstrafen für drei Jugendliche aus dem Ostallgäu wegen schwerer Körperverletzung

Ein Jahr und drei Monate Jugendhaft auf Bewährung sowie zwei und vier Wochen Dauerarrest. So lauteten die Urteile gegen drei Jugendliche, die sich wegen schwerer Körperverletzung vor dem Jugendschöffengericht in Kaufbeuren verantworten mussten.

Im November vergangenen Jahres war eine fünfköpfige Gruppe Jugendlicher im Bus nach Neugablonz unterwegs, um dort in die Diskothek zu gehen. Während der Fahrt wurden die beiden Mädchen der Gruppe als 'Schlampen' beschimpft und bespuckt.

Es kam zu ersten Handgreiflichkeiten. Am Neuen Markt in Neugablonz angekommen, eskalierte dann die Situation. Einer der Angeklagten schlug einem 21-Jährigen der Gruppe ins Gesicht. Seine Cousine ging dazwischen, worauf die Jugendlichen von dem jungen Mann abließen und sich dem Mädchen zuwandten. Sie schlugen sie zu Boden und traten auf sie ein.

'Ich habe mich so klein gemacht, wie ich nur konnte, aber sie haben trotzdem immer weiter gemacht', erzählte die 21-jährige Heilerziehungspflegerin, die seither in psychologischer Behandlung ist. Sie trat als Nebenklägerin auf.

Nachdem die Tritte bei ihr aufgehört hatten, wurde erneut ihr Cousin verprügelt. Die junge Frau schrie daraufhin um Hilfe und wählte den Notruf, was die Gruppe um die Angeklagten veranlasste, das Weite zu suchen. Allerdings konnten drei der jugendlichen Schläger festgenommen werden.

Trotz teilweise abweichender Zeugenaussagen stand für den Richter bei zwei der jungen Männer die Schuld zweifellos fest. 'Der Kern des Geschehens wurde von allen Zeugen kontinuierlich geschildert. Gewisse Widersprüche sind nach der vergangenen Zeit von sechs Monaten einfach zu erwarten', rechtfertigte der Richter sein Urteil.

Der Dritte im Bunde war an besagtem Abend zwar mit dabei, allerdings ohne zugeschlagen und getreten zu haben. Er war auch der Einzige der jungen Männer, der sich bei der 21-Jährigen und ihrem Cousin entschuldigt hatte.

Allerdings verurteilte der Richter auch ihn zu zwei Wochen Dauerarrest, aufgrund eines anderen Vergehens, dass parallel mitverhandelt wurde. Er hatte einem ehemaligen Freund vor einer Diskothek grundlos ins Gesicht geschlagen. Der Richter sah die Strafe als 'Denkzettel, damit er merkt, dass es so nicht geht'.

Ein 19-jähriger Angeklagter hatte sich bisher noch nichts zuschulden kommen lassen, sodass das Urteil noch recht milde ausfiel: vier Wochen Dauerarrest und eine Verwarnung. Anders sah es da bei einem 18-jährigen Täter aus. Er bekam von den drei Angeklagten die höchste Strafe von einem Jahr und drei Monaten Jugendgefängnis auf Bewährung.

Der arbeitslose Jugendliche hat bereits ein beachtliches Strafregister wegen Körperverletzungen. Zudem saß er erst kürzlich für vier Wochen im Dauerarrest und wird dieses Jahr zum ersten Mal Vater. 'Ich denke, dass Sie weiter Hilfe brauchen', gab ihm der Richter mit auf den Weg.

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