Haftstrafe
Haftstrafe für 26-jährigen Kaufbeurer wegen gefährlicher Körperverletzung

Eigentlich wollte ein 26-jähriger Mann aus Kaufbeuren im Juni 2011 einen stark alkoholisierten Nachbarn nur heimbringen. Nachdem der 55-Jährige seine guten Absichten offenbar wenig zu schätzen wusste und ihn mit üblen Ausdrücken überzog, kam es zu einem Gewaltausbruch, für den sich der junge Mann jetzt vor dem Schöffengericht verantworten musste. Dem Angeklagten wurde vorgeworfen, seinen Nachbarn in dessen Wohnung mit einem Faustschlag niedergestreckt und ihm anschließend mehrfach gegen den Kopf getreten zu haben. Das Opfer erlitt erhebliche Verletzungen, darunter Kieferwand- und Nasenbeinbrüche.

Zwar wollte der junge Mann diese mit einem Unfall erklären. Das Gericht war nach der Beweisaufnahme aber von seiner Schuld überzeugt und verurteilte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten. Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig.

Am fraglichen Abend hatte sich der Angeklagte mit mehreren Nachbarn im Freien getroffen. Dabei konsumierte der Geschädigte offenbar derart viel Alkohol, dass eine später im Krankenhaus genommene Blutprobe einen Wert von rund 3,1 Promille ergab.

Laut Angaben des Angeklagten, die von einem Zeugen gestützt wurden, hängte sich der 55-Jährige damals gegen Ende des Treffens an eine Wäschestange und stürzte mit dem Gesicht voraus zu Boden. Anschließend, so der Angeklagte, habe er den blutenden und sich heftig sträubenden Mann das Treppenhaus hinaufgeschafft und bei seiner Frau abgeliefert. Mehr sei nicht gewesen.

Stark blutend

Dass dies nicht stimmen konnte, ergab sich für das Gericht aus einem medizinischen Gutachten und aus Zeugenaussagen, insbesondere aus der Schilderung der Ehefrau des Opfers. Die 54-Jährige beschrieb vor Gericht, wie der Angeklagte ihrem Mann damals im Flur plötzlich einen Faustschlag versetzt und den am Boden Liegenden mehrfach heftig gegen den Kopf getreten habe.

Sie habe versucht, den Angreifer von ihrem stark blutenden Mann wegzuziehen. 'Wenn ich nicht da gewesen wäre, hätte er ihn totgeschlagen', sagte die Frau. Ihr Mann hatte von den Attacken nach seinen eigenen Angaben nichts mitbekommen und war erst im Krankenhaus wieder aufgewacht. Dass der wesentliche Teil seiner Gesichtsverletzungen vom Angeklagten stammte, stand für das Gericht nach dem Gutachten außer Zweifel.

Der Sachverständige hatte fünf verschiedene Verletzungszentren im Gesicht diagnostiziert, die mit einem Sturz alleine nicht in Einklang zu bringen seien. Der Verteidiger hielt die Version seines Mandanten gleichwohl für möglich.

Außerdem habe der Angeklagte kein Motiv gehabt. Dies sah der Richter im Urteil anders. Er verwies auf die Aussage einer Nachbarin, die im Treppenhaus übelste Beleidigungen gehört hatte, und meinte: 'Dem Angeklagten ist damals schlicht der Geduldsfaden gerissen.'

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