Obergünzburg / Kaufbeuren
Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr

«Das Jahr 2009 ist bei Ihnen verheerend gelaufen,» sagte der Vorsitzende des Kaufbeurer Jugendschöffengerichts zu einem 20-jährigen Angeklagten aus dem Raum Obergünzburg. Obwohl der junge Mann in der Vergangenheit schon wiederholt mit dem Gesetz in Konflikt gekommen war und unter offener Bewährung stand, beging er heuer Straftaten in Serie - alle unter Alkoholeinfluss.

Den Auftakt bildeten im Frühjahr eine Sachbeschädigung und ein Handy-Diebstahl, für die der Ostallgäuer im August zu einer weiteren Bewährungsstrafe verurteilt wurde. Im Mai beging er dann eine gefährliche Körperverletzung und einen versuchten Automatenaufbruch. Dafür wurde er jetzt unter Einbeziehung der früheren Verurteilungen zu einer Jugend-Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Weil das Gericht die Gefahr weiterer Straftaten sah, wurde der Angeklagte nach dem Urteil festgenommen.

In der Begründung des Haftbefehls verwies der Richter darauf, dass der junge Mann Ende Oktober auch noch bei einem Einbruch in einer Schrebergartenanlage dabei war - obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits die Ladung zum jetzigen Prozess erhalten hatte. In der aktuellen Anklageschrift ging es um zwei Vorfälle in Obergünzburg.

Neben einer Schlägerei am Marktplatz war der Angeklagte auch an einem versuchten Automatenaufbruch am Friedhof beteiligt. Hier stand er Schmiere, während sich einer seiner drei Komplizen an einem Grablicht-Automaten zu schaffen machte.

Weil das Quartett von einem Polizeibeamten auf frischer Tat ertappt wurde, blieb es beim Aufbruchsversuch. Am Automaten entstand ein Sachschaden von rund 1000 Euro. Zwei Tage später folgte eine erneute Straftat. Der Angeklagte, der laut eigenen Angaben nach dem tödlichen Unfall eines Freundes stark getrunken hatte, geriet auf dem Marktplatz mit einem Bekannten (17) aneinander. Als sich der Jugendliche nach einer kurzen Rangelei entfernte, lief ihm ein Freund des Angeklagten nach und trat gegen sein Fahrrad. Anschließend verpassten die beiden jungen Männer dem 17-Jährigen jeweils einen Faustschlag ins Gesicht.

Er erlitt ein blaues Auge, eine Jochbein-Prellung und leichte Absplitterungen an zwei Zähnen.

Nun Therapie im Gefängnis

Der Angeklagte sprach jetzt von einer «Scheiß-Aktion» und entschuldigte sich beim Opfer. Der damalige Mittäter musste sich nun ebenfalls wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Er wurde zu einer zehnmonatigen Jugend-Bewährungsstrafe und 100 Sozialstunden verurteilt. Außerdem muss er an einer Gruppen-Suchtberatung teilnehmen. Der junge Mann hatte in der Verhandlung erklärt, er trinke an Wochenenden pro Tag schon mal «15 bis 16 Bier». Auch beim Hauptangeklagten war wohl der Alkohol die Ursache der ständigen Straftaten.

Die Bemühungen des Mannes um einen Therapieplatz kamen für den Richter allerdings «schlicht zu spät»: Nachdem der Angeklagte frühere Gelegenheiten ungenutzt habe verstreichen lassen, müsse er nun im Gefängnis eine Therapie machen.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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