Memmingerberg
Härteres Vorgehen gegen Wildparker gefordert

Das Papier ist schon etwas vergilbt und die Tinte darauf verwischt. Kaum verwunderlich, schließlich klemmt der von der Polizei ausgestellte Strafzettel über 15 Euro bereits seit knapp einer Woche im Scheibenwischer des Pkw. Dennoch parkt das Fahrzeug mit Münchner Kennzeichen weiter im absoluten Halteverbot in der zum Allgäu Airport benachbarten Grubstraße.

Dieser in den vergangenen Tagen beobachtete Fall ist symptomatisch für das Problem, mit dem sich derzeit die Gemeinde Memmingerberg auseinandersetzen muss: Denn immer mehr Urlauber meiden offensichtlich den kostenpflichtigen Parkplatz des Flughafens und parken ihre Autos stattdessen für längere Zeit irgendwo im Gemeindegebiet.

Die Memminger Polizeiinspektion ist sich des Problems bewusst, sieht sich aber nicht in der alleinigen Pflicht. «Es ist sicher nicht unsere Hauptaufgabe, dafür zu sorgen, dass die Parkverbote rund um den Flugplatz eingehalten werden», betont Verkehrssachbearbeiter Franz Sieber.

Der Handlungsspielraum sei zudem beschränkt. «Bei originären Verstößen gegen das Halteverbot wäre es unverhältnismäßig, die Fahrzeuge gleich abschleppen zu lassen», so Sieber. Da die vorhandene Beschilderung offenbar nicht genug abschrecke, empfiehlt er, dass die Gemeinde Parkwächter engagiert. Denn ohne regelmäßige Überwachung sei ein Halteverbot wie ein «Tiger ohne Zähne».

«Wir haben das Ganze schon längere Zeit im Auge und wollen jetzt explizite Maßnahmen ergreifen», sagt Bürgermeister Alwin Lichtensteiger. Man sei sich sicher, dass die Fremdparker bei einer weiteren Erhöhung des Fluggastaufkommens immer mehr zunehmen würden. Dies sei eine «massive Belastung» für die in Flughafennähe wohnenden Haushalte. Zu konkreten Maßnahmen will sich der Bürgermeister erst in der nächsten Gemeinderatssitzung am kommenden Montag äußern.

Dass einige betroffene Anwohner ihren Unmut bereits mit Hilfe von Handzetteln, die sie an die Autoscheiben der Wildparker anbringen, Luft machen, ist Lichtensteiger indes bekannt. «Ich habe nichts gegen so einen Protest, bei dem keine Beschädigungen entstehen, eine Lösung muss aber auf anderem Wege herbeigeführt werden.»

Parkkralle kommt zum Einsatz

Auch Ralf Schmid, Geschäftsführer des Allgäu Airport, spricht sich in puncto Wildparker für ein härteres Vorgehen aus: «Wir wären absolut damit einverstanden, wenn die Gemeinde durchgreift und entsprechende Satzungen erlässt, um der Wildparkerei Einhalt zu gebieten.» Auch innerhalb des Airport-Geländes habe man mittlerweile viel Erfahrung mit Falschparkern, hier werde jedoch konsequent durchgegriffen: Wenn ein parkendes Auto zur Behinderung wird, komme auch mal die Parkkralle zum Einsatz.

«In drastischen Fällen lassen wir abschleppen», unterstreicht Schmid. «Wer sich unsere Parkplatz-Gebühr in Höhe von 2,50 Euro pro Tag nicht leisten kann oder will, soll bitteschön die öffentlichen Verkehrsmittel zur Anreise benutzen.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen