Sonthofen
Hämmernde Arbeiter lösen marschierende Soldaten ab

Ein ungewohntes Bild: Fast menschenleer sind die Straßen der GOB-Kaserne in Sonthofen. Einst gepflegter Rasen erblüht zu idyllischer Streuwiese. Dazwischen Container für Bauschutt und Stapel alter Fenster. Stein- und Ziegelberge künden von abgerissenen Gebäuden und Baracken. Bauarbeiter haben längst die marschierenden Soldaten abgelöst. Doch nicht allzu viele bevölkern die Kaserne. Und von denen, die da sind, stehen viele auf dem Dach.

Nicht betriebsame Hektik an allen Ecken und Enden zeichnet die Szenerie, sondern gezieltes Arbeiten in einzelnen Bereichen. Finanziert aus dem Konjunkturpaket der Bundesregierung werden derzeit Gebäudehüllen überholt. Die Natursteinfassaden sind bereits gereinigt und teils neu verfugt. Viele neue Fenster sind eingebaut.

Die Sanierung der Dächer läuft noch. Immerhin sind rund 18000 Quadratmeter zu decken. Das entspricht etwa den Dächern von 110 Einfamilienhäusern. Auf der Burg werden die Jahrzehnte gewohnten gewölbten Dachpfannen durch flache Dachziegel («Biberschwänze») ersetzt. Die entsprächen optisch mehr der originalen Eindeckung mit Holzschindeln, sagt Carsten Kotte vom Staatlichen Bauamt Kempten.

Ein paar Häuser weiter montiert eine Sonthofer Firma Blitzableiter. In einem anderen Eck der Kaserne geht es in die Tiefe: Dort reißen Arbeiter alte Kohlenkeller ein, um den Untergrund zu verfüllen. Hohlräume gibt es unter der Burg viele. Das war bei ihrer Erbauung einfacher, als das Gelände komplett als Ebene aufzuschütten. Heute bringt das statische Herausforderungen, speziell, wenn über bestimmte Bereiche der Kasernen-Hauptverkehr rollen soll.

2011 richtig loslegen

Rund 4,7 Millionen Euro hat das Bauamt Kempten im Vorjahr bereits auf der Burg verbaut, etwa 5 sind es heuer. Trotz der auf den ersten Blick stattlichen Summen: Es handelt sich nur um vorbereitende Maßnahmen. Für das eigentliche Projekt, den Umbau der Kaserne zum neuen Standort der ABC- und Selbstschutzschule laufen die Planungen noch auf vollen Touren.

Richtig loslegen will das Bauamt im dritten Quartal 2011. Dann werden bestehende Hochbauten für die tatsächliche Nutzung durch die ABC-Abwehr saniert bzw. umgebaut. Ende 2014 soll ja alles fertig sein, damit die Soldaten Jäger- und Grüntenkaserne räumen können. Bis Herbst 2011 folgen laut Kotte detaillierte Planungen: Zum Beispiel sind bei Gebäuden aufwändige Untersuchungen (wie Kernbohrungen) nötig, um die Tragfähigkeit festzustellen. «Errechnen lässt sich da nichts.»

Heuer wird es folglich wieder ruhiger auf der Burg: In etwa zwei Monaten sind die Arbeiten an den Gebäudehüllen vorerst fertig; dann läuft laut Kotte nur noch die Erschließung weiter.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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