Jengen / Waal
Gymnasium: Landgemeinden stellen Finanzierung in Frage

Munter diskutiert wurde in den Gemeinderäten von Jengen und Waal am Montagabend, als es um die Aufteilung der Kosten für das künftige Buchloer Gymnasium ging. Grundsätzlich waren sich beide Gremien darüber einig, dass der Landkreis Ostallgäu 78 Prozent und die Verwaltungsgemeinschaft Buchloe (VG) die restlichen 22 Prozent der geschätzten Gesamtbaukosten in Höhe von 25 Millionen Euro trägt. Somit stimmten sowohl Waal als auch Jengen dem Beschlussvorschlag zum Finanzierungskonzept zu.

Dass die 3,78 Millionen Euro, die die VG zu bezahlen hat, jedoch nach dem bislang üblichen VG-Verteilungsschlüssel auf die Mitgliedgemeinden aufgeteilt werden sollen - dies missfiel einigen Gemeinderäten.

Dieser Verteilungsschlüssel sieht vor, dass die Gemeinden je nach Anzahl ihrer Einwohner prozentual zur Kasse gebeten werden (siehe Info-Kasten). Das jedoch sei ungerecht, so der allgemeine Tenor, schließlich profitiere die Stadt Buchloe deutlich mehr vom Gymnasium als die Umlandgemeinden. Buchloe müsse sich somit auch finanziell stärker einbringen, lautete eine Forderung aus Jengen.

Dort einigte sich der Rat schließlich darauf, einen weiteren Punkt in den Beschluss aufzunehmen: Über den Aufteilungsschlüssel innerhalb der VG müsse man nochmals diskutieren, es soll eine einvernehmliche Lösung gefunden werden.

l Die Diskussion in Jengen

Erstaunt gab sich der Gemeinderat Remigius Erhardt. Er habe «vorher noch nie gehört, dass die VG der Kostenträger sein soll», sagte er. Auch sein Ratskollege Robert Fichtl konnte «den Umfang der Kostenbeteiligung nicht ganz nachvollziehen». So wie vorgeschlagen, könne er deshalb «das Ganze nicht mittragen». Dabei, betonte er, sei er nicht gegen das Gymnasium. Fichtl: «Ich möchte die Stadt nicht vor den Kopf stoßen, aber wir müssen nochmal über die Aufteilung reden.»

Daran, dass die VG stets gemeinsam in ihrer Forderung nach einem Gymnasium aufgetreten sei, erinnerte Bürgermeister Franz Hauck. Die Stadt Buchloe trage bei der Finanzierung den Löwenanteil. Bei den genauen Zahlen «sollte noch Handlungsspielraum sein», meinte Hauck, der den Vorschlag zusammen mit den anderen VG-Bürgermeistern ausgearbeitet hatte.

l Die Diskussion in Waal

Von einem «wesentlich höheren Standortvorteil» für Buchloe sprach Gemeinderat Karl Anwander. Die Stadt könne anders als die Umlandgemeinden nach dem Gymnasiumsbau mit einem Zuwachs bei Gewerbe und Industrie rechnen und solle daher auch mehr zahlen. «Wie man Waal und Buchloe mit dem gleichen Schlüssel bewerten kann, verstehe ich nicht», erklärte er. Franz Pinter sprach sich dafür aus, mit der Stadt Buchloe über den Verteilungsschlüssel nachzuverhandeln.

Dazu sah Christa Völk keinen Anlass. Den «innerhalb der VG allgemein gebräuchlichen Verteilungsschlüssel» bezeichnete sie als gerecht. Zudem hätten die Umlandgemeinden den gleichen Vorteil wie die Stadt. «Das Gymnasium verschafft uns allen eine Attraktivität, die man nicht in Zahlen fassen kann», meinte sie. Der Antrag Anwanders, neue Verhandlungen über den Verteilungsschlüssel innerhalb der VG zu führen, wurde abschließend mit 8:7 Stimmen abgelehnt.

l In Lamerdingen

Erst gestern Abend stand das Thema auf der Tagesordnung des Lamerdinger Gemeinderates. Bürgermeister Konrad Schulze hat bislang unter seinen Räten eine «eindeutige Stimmung pro Gymnasium» ausgemacht, sagte er gegenüber der BZ. Das Gemeindeoberhaupt rechnet deshalb damit, dass das Finanzierungskonzept auf Zustimmung stoßen wird (ein ausführlicher Bericht über die Sitzung folgt).

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