Marktoberdorf/Ostallgäu
Gymnasiasten brennen Musikfeuerwerk ab

Das Bedauern war Hubert Lepperdinger, dem Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Schwaben, bei der Begrüßung im Saal der Musikakademie in Marktoberdorf förmlich anzusehen: Zahlreiche Bewerbungen von Chören, Bigbands und Orchestern der schwäbischen Gymnasien hätten vorgelegen, aber nur acht von ihnen konnten für das diesjährige Musikfest der Gymnasien ausgewählt werden.

Große Bandbreite

Die eingeladenen Ensembles zeigten dennoch eindrucksvoll die ganze Bandbreite des musikalischen Ensembleunterrichts an den Gymnasien: Mitreißender Bigband-Sound kam von «Jazz tube Augsburg», der Bigband des Gymnasiums der Stephaner in Augsburg, von der Bigband des Holbein-Gymnasiums Augsburg und der Junior Bigband des Nikolaus-Kopernikus-Gymnasiums Weißenhorn. Mit Swing, Drive und kreativen Improvisationen brachten sie «Evergreens» wie die Moonlight Serenade von Glenn Miller, Peter Gunn von Henry Mancini und den C Jam Blues von Duke Ellington auf die Bühne und das Publikum zum Toben.

Den Reigen der Chöre eröffnete der Oberstufenchor des Leonhard-Wagner-Gymnasiums in Schwabmünchen: Mit originellen Arrangements, wie dem lautmalerischen «Parkplatzregen» und «Engel» von Rammstein bewies er Chorkultur vom Feinsten. Aus rund 30 Mädchen besteht der Kammerchor des Gymnasiums bei St. Anna in Augsburg. Sie interpretierten mit klaren Stimmen die Lieder aus dem Film «die Kinder des Monsieur Matthieu».

Ein Heimspiel hatte der Jugendchor Ostallgäu des Gymnasiums Marktoberdorf - mit rund 150 Sängerinnen und Sängern das größte Ensemble des Abends -, welcher zwei romantische Chorsätze, transparent und nuancenreich gestaltete.

Ein reines Streichorchester war aus dem Simpert-Kraemer-Gymnasium in Krumbach angereist, ein opulentes Sinfonieorchester aus dem Gymnasium Maria Stern in Augsburg. Mit modern arrangierten Stücken wie «My funny Valentine» punkteten die Krumbacher, während die Augsburger mit schnellen, präzisen Tempi (beim Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms) und opulenter Klangfülle (bei der Filmmusik zu «Piraten der Karibik») beeindruckten.

Als zentralen Bereich der Bildung hatte Lepperdinger den schulischen Musikunterricht in seiner Begrüßung bezeichnet. Um einmal gute Ärzte, Rechtsanwälte und Ingenieure heranzubilden, müsse der ganze Mensch mit seinem musischen Intellekt im Blick sein. Musische Erziehung sei ein Prozess des Wertevermittelns.

Auch das Qualitätsniveau dieses Musikfestes sei durch Üben und den Verzicht auf andere, oft einen schnelleren und leichteren Erfolg versprechende, Freizeitmöglichkeiten entstanden. Dr. Markus Köhler, der den Abend moderierte, befragte einige Schüler über ihre Motivation zum Musizieren. Sie seien mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache, hieß es. «Ich habe mich für den musischen Zweig entschieden, weil sonst im G8 immer weniger Zeit für Musik bleibt», stellte ein Stephaner klar.

Lautstarker Beifall für die Lehrer

Das Publikum in der Musikakademie ließ sich gerne von der überbordenen Spielfreude der Gruppen auf der Bühne anstecken. Unter die begeistert klatschenden Zuhörer reihten sich auch Weihbischof Dr.

Anton Losinger, MdL Angelika Schorer, Bezirkstagsvizepräsidentin Ursula Lax, Landrat Johann Fleschhut, Reinhard Kammler, der Leiter der Augsburger Domspatzen, und zahlreiche Schuldirektoren ein. Um soviel Spielfreude und Enthusiasmus in den Schülern zu wecken, bedarf es auch besonders engagierter und motivierender Lehrer. Die Leiter der acht Ensembles wurden daher nochmals auf die Bühne gerufen und durften sich in lautstarkem Beifall sonnen.

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