Tagung
Gymnasial-Direktoren: Nein zu Gemeinschaftsschulen

Mit der Zukunft der Gymnasien beschäftigten sich die bayerischen Direktoren bei ihrer Hauptversammlung am Samstag in Kempten. Eingeladen war auch der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU), der den Schulleitern Anerkennung dafür zollte, dass sie sich den «irrsinnigen Anforderungen» zweiter parallel laufender Systeme - nämlich des acht- und des neunstufigen Gymnasiums - gestellt haben.

«Ich habe Respekt, dass Sie in dieser Phase, für die ich Verantwortung trage, mit Ihrer Expertise zur Verfügung standen.» Denn, das räumte der Minister ein, es habe bei der Umsetzung des G 8 «systematische Fehler» gegeben und man habe «nachsteuern müssen.» Eine große Herausforderung, die nun auf die Gymnasien wartet, ist die Bewältigung des Doppel-Abiturjahrgangs. Doch Spaenle zeigte sich zuversichtlich, dass auch die ersten G-8-Abiturienten im Frühjahr ihre Prüfung erfolgreich bestehen werden.

Kritisch äußerte sich Winfried Steflbauer, Landesvorsitzender der Vereinigung Bayerischer Direktorinnen und Direktoren, über den zunehmenden Druck, unter dem seine Kollegen stünden. Nicht nur das gleichzeitige Bewältigen zweier Systeme habe dabei zu einer wachsenden Arbeitsbelastung geführt, das Personal an den Gymnasien habe noch mit weiteren «Grausamkeiten» zu kämpfen. Steflbauer nannte zahlreiche Beispiele, unter anderem die Absenkung der Einstiegsgehälter für Lehrer, die Nullrunde für Beamte 2011 oder die Wiederbesetzungssperre von Sekretariatsstellen ausgerechnet im Doppelabiturjahrgang. Diese und weitere Maßnahmen, die aus dem «Diktat des ausgeglichenen Staatshaushaltes» entstanden sind, bereiteten ihm große Sorgen, so Steflbauer. Er zitierte Kollegen, die ihm berichtet hätten, dass sie «noch nie so fertig waren».

Dabei waren sich alle Redner - auch Ludwig Spaenle - einig, dass gut ausgebildete, motivierte Lehrer für den Erfolg der Gymnasien unabdingbar sind. Spaenle betonte die Notwendigkeit einer nachhaltigen Haushaltspolitik, versicherte aber: «Dinge, die wir zugesagt haben, werden eingehalten.» Als Beispiel nannte er die Auszahlung von Weihnachtsgeld und die unbefristete Weiterführung der Altersteilzeit.

Ein großes Thema bei der Hauptversammlung war der Erhalt des Gymnasiums ab Jahrgangsstufe fünf. Von Gemeinschaftsschulen, deren Einführung immer wieder diskutiert wird, wollen sowohl die Direktoren als auch der Kultusminister nichts wissen. Eine «Einheitsschule» verbunden mit «Einheitslehrern» und Einheitsbesoldung» fürchtete Rainer Stein-Bastuck, Vorsitzender der Bundesdirektorenkonferenz.

Er kritisierte das ständige Kreieren neuer Schulformen und dass so «im föderalen Deutschland ein bildungspolitischer Flickenteppich» entstanden sei. Die beste Lösung laut Stein-Bastuck: das Gymnasium beibehalten und daneben eine weitere Schulform etablieren, die man etwa «Oberschule» nennen könnte. Dass das Gymnasium als Schule «für viele, aber nicht für alle» einen hohen Stellenwert hat, betonte auch Steflbauer: Durch die Förderung begabter und leistungsbereiter Schüler (unabhängig von ihrer Herkunft) stelle das Gymnasium soziale Gerechtigkeit her.

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