Abfallzweckverband
Gute Geschäfte mit Altpapier und Fernwärme - Müllgebühren sinken

Zumindest eine Sache, die nicht immer nur teurer wird: Die Müllgebühren für einen Durchschnittshaushalt werden zum Jahreswechsel um etwa zehn Prozent sinken. Grund dafür ist ein «optimal gelaufenes Jahr 2010, und es sieht weiter gut aus», meinte bei der Vorstellung des Betriebsergebnisses der Vorsitzende des Abfallzweckverbandes Kempten, Gebhard Kaiser.

Nur noch ein gutes Viertel des gesamten Abfalls in den Landkreisen Oberallgäu und Lindau sowie der Stadt Kempten ist Restmüll. Fast drei Viertel sind Wertstoffe. Beides kostet zunächst Geld bei der Entsorgung, mit beidem lässt sich aber gleichzeitig - derzeit - gut verdienen. Die Energie aus Fernwärme, die bei der Müllverbrennung gewonnen und an über 15000 Haushalte verteilt wird, spülte 6,6 Millionen Euro in die ZAK-Kasse. Das waren 2010 immerhin 6,6 Prozent mehr als das Jahr zuvor, da die Preiskalkulation für Fernwärme unter anderem an die Entwicklung der Öl- und Gaspreise gekoppelt ist.

Viel Wohlstand, viel Sperrmüll

Bei der Bilanz der Wertstoffe kann man zunächst eines deutlich ablesen: den Wohlstand der Bürger. Die Menschen warfen 2010 viel weg, weil sie offenbar Platz für Neues brauchten: Die Sperrmüllmenge stieg um 6,6 Prozent, die des Elektronikschrotts um 4,6 Prozent, die Masse an Computern, Stereoanlagen und Haushaltskleingeräten sogar um 7,6 Prozent.

Richtig viel Geld verdient hat der ZAK aber vor allem mit einem Wertstoff: dem Altpapier. Durchschnittlich 100 Euro pro Tonne erlöste der Verband, im Jahr 2009 war es nur ein Drittel so viel. Kaiser, wie auch die ZAK-Verantwortlichen Karl Heinz Lumer und Christian Oberhaus fühlen sich voll bestätigt in ihrem Kampf gegen Gesetzespläne, private Entsorgungsfirmen ohne Beschränkung in das Altpapiergeschäft einsteigen zu lassen.

«Die hätten sich die Rosinengebiete in den Städten herausgepickt und wir hätten in Balderschwang kostenintensiv das Altpapier sammeln dürfen,» verdeutlicht Lumer.

Unterm Strich schließt der ZAK 2010 mit diesen Zahlen ab: 800000 Euro Gewinn beim Betriebsergebnis, 31,6 Millionen Euro Eigenkapital und 28 Millionen Euro Kapitalrücklage, die in den verschiedenen Anlagen stecken. Die Finanzierungskredite für alle Anlagen werden demnächst abbezahlt sein.

Auf der Bank hat der Verband inzwischen rund zehn Millionen Euro liegen. Kaiser: «Damit sind wir hochzufrieden, mehr muss es nicht mehr werden, um auch für die Zukunft gerüstet zu sein.

» Aufgrund dieser Einschätzung und einem Millionenverdienst beim Altpapier hat der ZAK-Verwaltungsrat deshalb kürzlich eine Senkung der Müllgebühren beschlossen. «Den Gewinn beim Papierverkauf geben wir eins zu eins an die Bürger weiter,» verspricht der Vorsitzende.

Damit handelt der Abfallzweckverband anders als weitere Ver- und Entsorgungsunternehmen in kommunalem Besitz: Dort werden Gewinne in der Regel an die Eigentümer, die Städte und Gemeinden, abgeführt, die das Geld dann in völlig anderen Sachbereichen wieder ausgeben.

1,5 bis 2,5 Millionen Euro

Die Bandbreite der für die Gebührensenkung zur Verfügung stehenden Summe will Kaiser noch etwas offen lassen: Sie wird zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Euro liegen, abhängig von der Erlösentwicklung in nächster Zukunft.

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