Friesenried
Gutachter soll entscheiden

Doppelte Premiere in Friesenried: Die «Salenwanger Rebellen» haben im Streit um dieEntwässerungsgebühren vor dem Gemeinderat ihre Sicht der Dinge schildern dürfen. Und dann waren sich auch noch beide Seiten einig über das weitere Vorgehen. Ein neutraler Gutachter soll nun über vier weitere strittige Fälle entscheiden, das heißt, klären, ob diese Familien die Voraussetzungen zum Einleiten von Oberflächenwasser in das gemeindliche System erfüllen oder nicht. Ob den betroffenen Bürgern Zinszahlungen für zu viel entrichtete und bereits zurückgezahlte Beiträge zustehen, soll das Landratsamt entscheiden. Die Ergebnisse wollen beide Seiten akzeptieren.

Das Treffen stand anfangs unter keinem guten Stern. Die Wunden im jahrelangen Streit um Abwassergebühren zwischen den «Salenwanger Rebellen» und der Gemeinde sitzen tief. Einmal mehr hatten die betroffenen Bürger außerdem zuvor öffentlich darauf hingewiesen, dass sie sich im Recht sehen und dabei auf die Rückendeckung des Landratsamtes und des Verwaltungsgerichts verwiesen. Die zu viel entrichteten Gebühren wurden aufgrund einer nachweislich falschen und mittlerweile überarbeiteten Globalkalkulation als Grundlage der Entwässerungsgebühr an eine Handvoll Haushalte bereits zurückerstattet (wir berichteten). Nun also die Zusammenkunft im Rathaus, bei der letzte strittige Punkte und auch die menschlichen Aspekte des Streits auf den Tisch kommen sollten.

Uwe Jakesch als Wortführer der «Rebellen» ging ausführlich auf die rechtlichen Aspekte des Streits ein. Auch die überarbeitete Globalkalkulation enthalte Fehler, sagte er. Er zeigte sich jedoch vor allem «erschüttert» angesichts der menschlichen Komponente. Die Betroffenen seien bei einer Bürgerversammlung öffentlich beschimpft und ausgegrenzt worden, ohne dass die von allen Bürgern gewählten Gemeinderäte eingegriffen hätten. «Es geht nicht um die Kritik an uns, es geht um die Art und Weise.» Doch auch Jakesch musste sich wegen seiner Wortwahl in früheren Schreiben an den Gemeinderat herbe Kritik gefallen lassen. «Es ist das ein oder andere Wort gefallen, für das ich mich entschuldige», sagte Jakesch.

«Ganz auf einer Linie»

Bürgermeister Wolfgang Gerum brachte schließlich einen neutralen Gutachter ins Spiel, der nun die letzten strittigen Fälle beurteilen soll. Die Juristen des Landratsamtes müssten sich mit der Zinsfrage befassen. Die «Rebellen» signalisierten Zustimmung. «Wir wollen nicht streiten», sagte eine Betroffene schließlich. «Da sind wir ganz auf einer Linie», so Gerum. «Alle werden froh sein, wenn der Streit endlich vorbei ist.»

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