Fluggutachten
Gutachten über Passagierzahl des Allgäu Airport wird erneut überprüft

Wie glaubwürdig ist eine Verkehrsprognose, dass den Allgäu Airport in einigen Jahren 2,8 Millionen Passagiere jährlich nutzen? Das Luftamt Südbayern will auf Nummer sicher gehen und lässt das Gutachten der Flughafenbetreiber sozusagen durch ein Obergutachten prüfen.

In der Fachsprache heißt dies << Qualitätssicherung >>. Die Behörde ist so vorsichtig, da die Passagierprognose mit ausschlaggebend ist für die Größe einer künftigen Lärmschutzzone rund um den Airport. Die bringt zwar für manche Anlieger Vorteile in Form von schalldichten Fenstern, für andere Grundbesitzer aber gravierende Einschränkungen: Dort darf nicht mehr gebaut werden.

Die private Betreibergesellschaft musste die zukünftigen Passagierzahlen hochrechnen lassen, da sie auf dem Flughafen bauen will und Teil des Genehmigungsverfahrens die Zukunftsentwicklung ist.

Der Flughafen will hauptsächlich die Startbahn modernisieren. Bei großem Verkehrsaufkommen wird aber auch diskutiert, das derzeitige Terminal nur für Abflüge zu nutzen und für ankommende Fluggäste ein neues anzubauen, bestätigte Flughafen-Geschäftsführer Ralf Schmid. Außerdem sollen Nachtflüge sogar bis 23.30 Uhr möglich sein.

Aussagen wichtig für Lärmschutz

In diesem Jahr werden etwa 900000 Passagiere den Airport nutzen, der stark vom Angebot des irischen Billigfliegers Ryanair abhängig ist. Dennoch hält ein Gutachter bis 2020 bis zu 2,8 Millionen Passagiere für möglich. Diese Zahl floss in den Genehmigungsantrag ein. Die zuständige Behörde, das Luftamt Süd, braucht die Verkehrsprognose jedoch auch für ein zweites Verfahren: Das Lärmschutzgesetz wurde verschärft und daher muss eine neue Schutzzone ausgewiesen werden. Weniger Passagiere würden weniger Flugverkehr und damit eine kleinere Zone bedeuten, mehr Passagiere das Gegenteil. Da damit gerechnet wird, dass Flughafengegner alle Details bis ins Kleinste hinterfragen, beauftragte das Luftamt den zusätzlichen Gutachter, erklärte Amtsleiter Uwe Büchner auf Anfrage.

Pikant an dem Obergutachten ist, dass es von einer Schweizer Firma erstellt wird, die bereits im Auftrag von Konkurrenten des Allgäuer Flughafens tätig war. Das Ergebnis liegt noch nicht vor.

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