Marktoberdorf
Gut für Gewissen und Geldbeutel

Es ist die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. In Marktoberdorf hat sich jetzt die dritte Bürgergesellschaft für Fotovoltaik gegründet. Sie will noch heuer eine knapp 2000 Quadratmeter große Solarstromanlage auf dem Bauhof installieren, mit einer Leistung, die fünfmal so groß ist wie die auf dem Rathaus und ausreichen soll, um 60 Haushalte mit Strom zu versorgen. 43 Anleger stellten 840000 Euro zur Verfügung und damit die bisherigen beiden Bürgergesellschaften in den Schatten.

Bürgergesellschaft heißt, dass jeder Bürger unter dem Dach einer GmbH & Co. KG sein Geld in ein Projekt stecken kann. Gemeinsam lassen sich so Vorhaben stemmen, die für den Einzelnen außer Reichweite wären. Anders als bei geschlossenen Fonds stammen die Investoren alle aus der Nachbarschaft und ehrenamtliche Arbeit hält die Verwaltungskosten niedrig. Die Mindesteinlage betrug bei der neu gegründeten Bürgergesellschaft 3000 Euro, erklärt Martin Barth, der im Beirat der Gesellschaft sitzt.

Die Vorteile einer solchen Bürgergesellschaft: Erstens hat nicht jeder ein eigenes Dach, noch dazu in passender Ausrichtung. Und zweitens kommt man mit 3000 Euro nicht besonders weit bei der Installation einer kompletten Anlage.

2002 wurde die erste Bürgergesellschaft mit 33 Anlegern gegründet, die seitdem auf dem Rathaus und einem Firmengebäude Strom erzeugt. Beide Anlagen waren eher vorsichtig kalkuliert, sodass sie tatsächlich 15 Prozent mehr erwirtschaften als geplant, so Wolfgang Bolz von der Bürgergesellschaft.

Deutlich größer als die Vorgänger

2005 folgte die zweite Bürgergesellschaft mit 16 Anlegern, die erst zwei und später noch eine dritte Anlage auf der Schule in Thalhofen installierte. Auch hier laufe das Geschäft sehr gut, bestätigt Prokurist Michael Pfeifer.

Die dritte Bürgergesellschaft ist deutlich größer als die beiden Vorgänger zusammen. Eine der Anlegerinnen ist die erste Bürgergesellschaft, die ihre bisherigen Einnahmen in die neue Anlage investiert. Spielten früher bei den Anlegern ökologische Motive eine große Rolle, so ist es heute oft eine nüchterne Rechnung. Dank gesetzlich garantierten Stromabnahmepreisen hat sich die Anlage nach etwa zehn Jahren selbst abbezahlt. Jede Sonnenstunde danach fließt fast ohne Abzüge als Gewinn in die Taschen der Anleger.

Es war wohl die letzte Gelegenheit, in dieser Form sein Geld zu investieren. Die verbliebenen Dachflächen will die Stadt selbst nutzen. Und Dächer in Privatbesitz, die groß, geeignet und noch immer ohne Anlage sind, sind rar.

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