Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Westallgäu / Lindau
Gut durch die Krise

Die gute Nachricht zuerst: Unternehmen im Landkreis sind nicht so stark von der Krise betroffen wie Firmen in anderen Regionen. IHK-Regionalgeschäftsführer Markus Anselment führt das auf die Stärke der zumeist familiengeführten Betriebe zurück. Dennoch bietet die IHK auch in Lindau ihren Service «Finanzierung in der Krise» verstärkt an.

Zwar sind heimische Unternehmen traditionell stolz auf ihren hohen Exportanteil, zudem gibt es im Landkreis einige Zulieferer der besonders stark betroffenen Autobranche. Und denen ist im Winter innerhalb weniger Tage bis zur Hälfte des Umsatzes weggebrochen. «Wir sind betroffen, aber wir glauben, dass wir mit am besten aufgestellt sind», sagt Anselment. Die Betriebe waren aber offenbar gut auf die Krise vorbereitet, sodass sie sich nun leichter tun.

Anselment führt das darauf zurück, dass es im Landkreis fast nur Familienbetriebe gibt. «Wir haben keine konzerngeführten Unternehmen.» Das habe den Vorteil, dass die meisten Chefs auch in der Krise die soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter wahrnehmen. Die Kurzarbeit habe es zudem erleichtert, Entlassungen zu vermeiden. Anselment glaubt deshalb, dass die Krise «das Band zwischen Unternehmern und Mitarbeitern eher sogar gestärkt» habe.

Allenfalls langsames Wachstum

«Da ist Anstand da», betont Anselment. Der IHK-Regionalgeschäftsführer weiß, dass sich viele der Familienunternehmer über das schlechte Bild ärgern, das Spitzenmanager großer Firmen abgeben, die ihre Unternehmen mit Millionenabfindungen in der Tasche im Stich lassen. Auch wenn es den Unternehmen vor Ort im Vergleich zu Betrieben in anderen Teilen Schwabens recht gut geht, so warnt Anselment doch vor allzu hohen Erwartungen. Denn die Firmen haben sich darauf eingestellt, dass sie einige Jahre brauchen werden, bis sie wieder Spitzenumsätze erreichen. Zumindest bis Ende 2011 erwarteten die meisten bestenfalls langsames Wachstum.

Umso wichtiger sei das neue «Kompetenzzentrum Gründung, Finanzierung, Sanierung», das die IHK in Memmingen für das ganze Allgäu eingerichtet hat. Gerhard Remmele berät von dort aus auch Unternehmer aus dem Landkreis, die nicht mehr nach Augsburg fahren müssen. Beratung für Existenzgründer gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie die individuelle Beratung, wenn Unternehmer für anstehende Investitionen die bestmögliche Finanzierung suchen. Gerade in der Krise sei der neutrale Rat der IHK gefragt, eröffne sie doch neue Perspektiven für das Gespräch mit der Hausbank. Außerdem bietet die IHK in Memmingen gegen Anmeldung Sprechstunden mit Vertretern der LfA-Bank wegen staatlicher Förderprogramme. Und für Unternehmen in der Krise vermittelt die IHK kostenlose Berater.

IHK-Pressesprecherin Natasche Zödi verweist außerdem auf Weiterbildungsangebote der IHK. Denn oft lasse sich Kurzarbeit sinnvoll nutzen, damit Mitarbeiter fit für neue Herausforderungen sind. In Boomzeiten sei dafür meist zu wenig Zeit. Auch Chefs können auf Innovationstrainer und Energieberater der IHK zurückgreifen, um mittelfristig «bares Geld zu sparen».

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