Füssen
Gummienten geben Gas für behinderte Kinder

Sie ist knallgelb, wiegt etwas über 40 Gramm und ist stumm: «Das ist eine spezielle Rennente mit einem Gewicht im Bauch, die kann nicht quietschen», sagt Philipp Hoffmann von Füssen Tourismus und Marketing (FTM). Doch auch stumm wollen sie und 2499 weitere Gummienten helfen: Denn der Erlös des ersten «Füssener Entenrennens» am 1. August kommt den beiden integrativen Gruppen des Kindergartens St. Gabriel zugute.

Gemeinsam mit der Werbegemeinschaft stellt FTM dieses Rennen auf die Beine. Ab Freitag, 17. Juli, können Einheimische, aber auch Gäste die Gummienten für 3 Euro kaufen - sie erhalten dann einen Teilnahmeschein für eine der nummerierten Rennenten.

Die possierlichen Tierchen werden am 1. August um 15 Uhr beim Kraftwerksausgang unterhalb des Lechfalls in den Fluss gesetzt und schwimmen dann zur Lechbrücke, wo die Feuerwehr mit einer Ölsperre den Zieleinlauf markiert. Die Wasserwacht wird die Gummienten wieder aus dem Lech fischen. Etwa achteinhalb Minuten benötigte eine Rennente bei einer «Testfahrt» für die Strecke. Die Besitzer der schnellsten 40 Enten erhalten Preise (siehe Infoblock).

Erlös bleibt in Füssen

Die Gaudi mit den Gummienten soll aber auch einen guten Zweck haben. «Die Werbegemeinschaft hatte den ganz klaren Wunsch, dass der Erlös Kindern in Füssen zugute kommen soll», sagt Hoffmann. So kam man auf die Idee, die beiden integrativen Gruppen im Kindergarten St. Gabriel zu unterstützen. Von jeder verkauften Ente gehen abzüglich der Anschaffungskosten etwa 2,30 Euro an den Kindergarten.

Kinder mit und ohne Behinderung besuchen die integrativen Gruppen - früher mussten behinderte Kinder aus Füssen zu Einrichtungen in Kaufbeuren, Kempten oder Schongau gefahren werden. «Für die Familien ist es sehr wichtig, dass ihre Kinder in Füssen bleiben können», sagt Sibylle Berktold, die Leiterin des Kindergartens.

Dadurch würden die behinderten Kinder voll in das soziale Umfeld integriert. «Sie werden genauso zu Kindergeburtstagen eingeladen wie andere Mädchen und Buben.» Durch eine intensive Betreuung - es gibt individuelle Förderpläne, Therapeuten kommen in den Kindergarten - versuche man, die geistig oder körperlich behinderten Kinder optimal zu fördern. Dies alles koste viel Geld, daher sei man «dankbar», dass der Erlös des Entenrennens an beide Gruppen gehe, so Berktold.

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