Marktoberdorf
Grundstein für neues Polizeihaus löst Freude aus

Das Blechbläserquintett «Brassed Off» des Gymnasiums Marktoberdorf in den Ausnüchterungszellen, Bayerns Finanzstaatssekretär Franz Pschierer auf dem Gang, Polizeipräsident Hans-Jürgen Memel im Lager. Zumindest sieht der Bauplan das für jene Stellen vor, an denen die Ehrengäste zur Grundsteinlegung für das neue Gebäude der Polizeiinspektion Marktoberdorf standen. Das Ende in den beengten Räumen in der Bahnhofstraße und der Umzug an die Meichelbeckstraße sind nun absehbar.

Den Gedanken an einen Neubau hatte der damalige Inspektionsleiter Gerhard Kreis bereits vor neun Jahren aufgebracht. Dass dieser nun realisiert wird, bescherte ihm wie seinem Nachfolger Alfred Immerz gestern einen Freudentag.

«Entscheidende Verbesserung»

Nachdem der Freistaat Mitte 2002 das Grundstück des ehemaligen städtischen Bauhofs erworben hatte, so Pschierer «können wir den Grundstein für ein Gebäude legen, das modernsten Ansprüchen genügt. 570 Quadratmeter Nutzfläche und ein geräumiger Polizeihof - das ist eine entscheidende Verbesserung gegenüber dem unbefriedigenden status quo». Denn die bisherige Dienststelle für die 40 Beamten ist etwa halb so groß.

Auch in Sachen Klimaschutz gehe der Staat bei diesem Objekt mit gutem Beispiel voran. Das Haus ist das Marktoberdorfer Fernwärmenetz angeschlossen, erhält auf dem Dach eine 160 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage und das Regenwasser versickert auf dem Grundstück.

Für Pschierer sind die Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro «auf das Beste angelegt». 75 Prozent der Summe stamme aus dem Konjunkturpaket II des Bundes.

«Sicherheit soziales Grundrecht»

Dass die Polizei in der Stadt bleibe, stärke das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. «Der Bürger von heute ist nicht mehr der der 1960er und 70er Jahre», stellte der Staatssekretär fest. Die Aggressivität sei gestiegen. Auch deshalb sollen in Bayern in diesem und im nächsten Jahr 1000 neue Stellen geschaffen werden.

Denn: «Die innere Sicherheit ist als soziales Grundrecht eine entscheidende Voraussetzung für die hohe Lebensqualität der Bürger.» Nach Marktoberdorf gelte es gleiches für Kaufbeuren und Mindelheim voranzutreiben.

Eines von nur fünf Projekten

Als einer der Triebfedern für den Neubau gilt die Landtagsabgeordnete Angelika Schorer. So war auch sie sichtlich zufrieden, dass in Marktoberdorf eines von landesweit in diesem Jahr nur fünf derartigen Projekten verwirklicht wird.

Für Polizeipräsident Memel war dieser Tag eine Premiere. Es war die erste Grundsteinlegung für ein Inspektionsgebäude im Bereich des neuen Präsidiums. Damit ende allmählich die Zeit der «Multitasking-Nutzung» des alten Gebäudes.

Zufrieden war auch Cornelia Bodenstab, Baudirektorin im Staatlichen Bauamt in Kempten, das die Pläne entwickelt hat. Die Umsetzung obliegt dem Marktoberdorfer Architekten Christian Eger. Eigentlich, sagte sie, sollte der Spatenstich vollzogen werden. Doch das Bauunternehmen Hubert Schmid habe so zügig gearbeitet, dass bereits die Grundsteinlegung erfolge.

«Auf diesen Tag haben sehr viele sehr lange gewartet», stellte Bürgermeister Werner Himmer fest. Er freue sich bereits auf den Hebauf, der im Herbst gefeiert werden soll - und das mit Sicherheit nicht mehr in der Ausnüchterungszelle.

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