Kaufbeuren / Ostallgäu
Grüne wollen weniger Streusalz

Der hartnäckige Winter hat die Grünen auf den Plan gerufen. Deren Stadtratsfraktion beantragte, den Einsatz von Streusalz aus Umweltschutzgründen auf ein Mindestmaß zu reduzieren. Die scheinbaren Vorteile der winterlichen Salzstreuung auf Straßen und Wegen seien nur vordergründig, so Stadtrat Wolfgang Hawel. «Sie belasten die Umwelt und die Folgeschäden hieraus sind beträchtlich.»

Die Grünen machen sich stattdessen für ein sogenanntes differenziertes dreistufiges Winterdienst-Modell stark, wie es ihren Angaben zufolge auch das Umweltbundesamt vorschlägt. Demnach sollte auf Nebenstraßen der «weiße Winterdienst» gelten, das heißt nur geräumt und gar nicht gestreut werden. «Es hat sich nämlich herausgestellt, dass bei nicht geräumten Straßen keineswegs mehr Unfälle passieren, denn Autofahrer fahren bei schlechten Witterungsbedingungen entsprechend vorsichtiger», so Hawel. Für Bürgersteige, Geh- und Radwege schlagen die Grünen salzfreie, abstumpfende Mittel wie Splitt vor. Auf normalen Straßen sollte ihrer Ansicht nach in den meisten Fällen eine Räumung mit dem Schneepflug reichen. Nur wenn unbedingt notwendig, sollten dann noch, so wenig wie möglich, Streumittel eingesetzt werden.

Lediglich an Gefahrenstellen, Kreuzungen und besonders frequentierten Abschnitten dürfte Salz verwendet werden.

Der Antrag liegt bereits der Stadtverwaltung vor und soll in einer der nächsten Ausschusssitzungen, vermutlich aber erst im März, behandelt werden.

Unfreiwillig kommt der Winterdienst dem Wunsch der Grünen derzeit aber bereits sehr nahe. Nach wie vor sind die Bauhofmitarbeiter in der Stadt und im Landkreis mit einem reduzierten Streuguteinsatz auf den Straßen unterwegs. Der Grund: Die Salzhersteller kommen angesichts des harten Winters in ganz Deutschland mit ihren zugesagten Lieferungen nicht mehr hinterher und bedienen bevorzugt Autobahnmeistereien. Vor einem Monat hat Kaufbeurens Bauhofchef Georgio Buchs die letzte Lieferung erhalten. «Wir können nur noch das Nötigste machen», sagt er. Schilder an den Straßen warnen Autofahrer, angesichts der eingeschränkten Streuung, vorsichtig zu fahren.

Ähnlich sieht es im Landkreis aus, wie Werner Weigl, Leiter des Kreisbauhofs in Westendorf, bestätigt. «Wir haben um mehr als 50 Prozent reduziert», sagt er. Das heißt, statt 20 Gramm Salz streuen die Winterdienstfahrer nur noch 5 bis 10 Gramm pro Quadratmeter Straße.

Bestätigt werden die Grünen indirekt übrigens von der Kaufbeurer Polizei. «Die Autofahrer sind derzeit sehr vorsichtig unterwegs», sagt der stellvertretende Kaufbeurer Inspektionsleiter Reinhard Janko. Mehr Unfälle, die durch die Streugutengpässe bedingt sein könnten, seien nicht erkennbar.(avu)

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