Bauausschuss
Grüne scheitern in Kaufbeuren mit ihrem Antrag zum Schutz des Baumbestandes

Abgeschmettert wurde im Bauausschuss ein Antrag der Grünen-Stadtratsfraktion, wonach die Kommune das Aufstellen neuer Handlungsprogramme für den Erhalt des Baumbestandes in Kaufbeuren prüfen möge. Auch sprach sich das Gremium gegen eine Baumschutzverordnung aus.

Bestand dokumentiert

Grünen-Stadträtin Ulrike Seifert hatte zunächst intensiv für den Antrag geworben. Seit Jahren fotografiere und dokumentiere sie den Baumbestand in der Stadt. Es sei ein Rätsel, warum beispielsweise Ebereschen absterben. << Bäume wachsen nicht von heute auf morgen >>, so Seifert. Und Kaufbeuren sei ein Ort für Kinder und Jugendliche, dazu zähle auch, dass die Stadt grüne Bereiche aufweist. Insbesondere die zunehmende Trockenheit im Sommer als auch Beschädigungen durch den Winterdienst seien Gefahren für den Bestand.

CSU-Stadtrat Gerhard Limmer, der auch Forstdirektor beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kaufbeuren ist, holte daraufhin zu einem Fachvortrag aus, bei dem er das Ansinnen der Grünen relativierte. Kaufbeuren sei im Vergleich zu Städten wie Kempten oder Memmingen ausgesprochen grün. Wegen des Eschensterbens habe er eigens bei Wissenschaftlern in Weihenstephan nachgefragt. Die Bäume würden durch den so genannten Schlauchpilz geschädigt. Es handle sich um ein neues Krankheitsbild in Europa, das seit einigen Jahren grassiere. Zudem verhielten sich Insekten, und somit auch Baumschädlinge, durch den Klimawandel anders, suchten höher liegende Bereiche auf - mit bislang oft noch unbekannten Konsequenzen. << Außerdem können wir seit etwa zehn Jahren ein Aufheizen des innerstädtischen Klimas beobachten >>, so Limmer.

Auch das habe Folgen - die aber nicht Kaufbeuren-spezifisch, sondern landesweit festzustellen seien. Dringend riet er vom Aufstellen einer Baumschutzverordnung ab: Das blähe nur die Bürokratie auf, werde aber vielen Entwicklungen nicht Einhalt gebieten. Zweiter Bürgermeister Gerhard Bucher (CSU) ergänzte: << Wir können nicht in diesem Gremium über jeden Baum diskutieren. >> Er schlug vor, das Thema wie bisher dem städtischen Bauhof zu überlassen, der sich ohnehin intensiv mit dem Baumbestand in der Stadt zu befassen habe. Der Ausschuss lehnte den Antrag schließlich mit großer Mehrheit ab. Nur Seifert und Ralf Nahm (SPD) stimmten für das Anliegen der Grünen.

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