Großfamilie neu buchstabieren

Marktoberdorf/Ostallgäu | sg | Omas und Opas zum Ausleihen, Jugendliche als Ansprechpartner in computertechnischen Fragen, Hilfe bei den Hausaufgaben oder auch bei der Pflege der bettlägrigen Mutter: Es gibt viele Dienste, die benötigt werden, aber schwer zu kriegen sind. Die Familienstrukturen haben sich radikal verändert. Die Gesellschaft übernimmt Aufgaben, die früher in der Großfamilie erledigt wurden. Mit dem Mehrgenerationenhaus soll Hilfe geschaffen werden: Eine Antwort auf die demografische Entwicklung und die neuen Bedürfnisse von Jung und Alt. Derzeit wird vielerorts darüber nachgedacht, wie ein Mehrgenerationenhaus in die Tat umgesetzt werden kann.

Das Thema wird voraussichtlich auch den Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 1. Oktober beschäftigen. Die SPD-Fraktion stellte jetzt einen Antrag auf rechtzeitige Einplanung solch einer Einrichtung sowie alternativer Wohnformen in der Innenstadt. Den Impuls für diesen Antrag gab eine Pressemeldung, in der das Landratsamt Interessenten für das Projekt im Ostallgäu suchte.

Ziel ist die Beteiligung an einem Aktionsprogramm, das bundesweit läuft und für das Fördermittel zur Verfügung stehen. Aber die Zeit drängt. Ende Oktober läuft die Bewerbungsfrist ab. Am Thema dran ist auch Bürgermeister Werner Himmer. Bereits Anfang September unterhielt er sich darüber mit Vertretern von Landratsamt und Rotem Kreuz (BRK), dessen Kreisverband bereits Träger der Ehrenamtsbörse 'Schwungrad' ist.

Rund 500 Mehrgenerationenhäuser (zurzeit sind es 200) wird es im kommenden Jahr voraussichtlich in ganz Deutschland geben: Im Ostallgäu ist derzeit noch keines in Sicht. 'Es bedarf eines konkreten Objektes und Konzeptes', so Bürgermeister Himmer. Die Stadt verfüge im Moment über kein Gebäude, das in Frage käme. Er wolle jedoch, so das Ergebnis des Gesprächs mit dem BRK, mit zwei Privateigentümern verhandeln, deren Häuser in Frage kommen könnten. Sicher wäre ein Mehrgenerationenhaus in Marktoberdorf wünschenswert, meint Werner Himmer. Zu bedenken sei allerdings auch die finanzielle Seite, wenn solch ein Projekt angegangen werde.

Beipiele in der näheren Umgebung

In der näheren Umgebung gibt es bereits solche Generationenhäuser:

l Beispiel Memmingen: Vor vier Monaten eröffnete dort ein Mehrgenerationenhaus als Gemeinschaftsprojekt der Lokalen Agenda 21, des Tauschrings und anderer Vereine und Organisationen.

l Beispiel Sontheim: Träger ist ein Verein mit den Partnern Gemeinde, Kirche und Förderverein.

l Beispiel Bad Wörishofen: Seit März bietet das Mehrgenerationenhaus Kindern eine Hausaufgabenbetreuung an. Die Trägerschaft hat die Ambulante Krankenpflege.

l Beispiel Kaufbeuren: Seit Juni gibt es dort das Generationenhaus, getragen von einem Verein..

Auch im Ostallgäu wurden bereits verschiedene Überlegungen angestellt. Zum Beispiel beim Caritasverband. Hierbei ging es im Mai in der Hauptsache um generationsübergreifende Wohnmöglichkeiten und die Vernetzung von Pflege- und Nachbarschaftshilfen. Im Zuge der Pflegebedarfsplanung ging es im Juni im Sozialausschuss des Kreistags ebenfalls um das Thema Mehrgenerationenhaus. Die Kreisräte machten den Bedarf deutlich, im Rahmen eines seniorenpolitischen Gesamtkonzeptes solche Treffpunkte, wie sie das Mehrgenerationenhaus bietet, einzurichten.

Anfragen gibt es auch aus dem Landkreis

Mehrere Anrufe erreichten das Landratsamt nach dem Aufruf in unserer Zeitung. Darunter waren die Agenda-Gruppe Roßhaupten und die Sozialstation Füssen, die sich für das Projekt interessierten.

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