Bauprojekt
Großes Loch: Wird weiter gebaut? Stadt Kempten fragt nach

Die Stadt Kempten will von den Bauherren Ritter und Kyburz konkret wissen, ob sie am 'Großen Loch' weiterbauen. Wenn die Bauherren das Projekt weiterführen wollen, müssen diese für die Sicherheit an der Baugrube sorgen.

Im folgenden der Brief von Oberbürgermeister Dr. Ulrich Netzer an die Investoren:

Sehr geehrter Herr Ritter,

sehr geehrter Herr Kyburz,

in Ihrem Schreiben vom 27.06.2013, der Stadt Kempten (Allgäu) zugegangen am 22.07.2013, beklagen Sie sich über die ständigen Ersatzvornahmen seitens der Stadt. Wenn man Ihre Ausführungen liest, könnte der Eindruck entstehen, dass die Stadt Kempten (Allgäu) geradezu erpicht darauf sei, Baumaßnahmen in Ersatzvornahme an Ihrem Bauvorhaben durchzuführen.

Diesen Eindruck kann ich so nicht stehen lassen: Weder die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Baureferates noch die Stadträte oder gar ich selbst verspüren den Wunsch, Arbeitszeit in Ersatzvornahmen und Streitigkeiten zu investieren. Wir können unsere Energien zielführender einsetzen. Ersatzvornahmen sind, wie der Name schon sagt, Handlungen, die ein Anderer an Stelle des eigentlich zur Handlung Verpflichteten vornimmt.

Und Verpflichtete für die Sicherheit Ihrer Baugrube sind einzig und allein Sie, die Eigentümer und Bauherren. Leider sind Sie in der Vergangenheit Ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen, die Sicherheit rund um Ihre Baugrube für unsere Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Deshalb musste die Stadt in Ersatzvornahme tätig werden.

Nun verstehe ich Ihren Brief so, dass Sie nach zweieinhalb Jahren das Heft des Handelns zurück in Ihre Hände nehmen wollen. Dies bedeutet aus meiner Sicht, dass Sie die von Ihren eigenen Gutachtern als erforderlich erachteten weiteren Maßnahmen zur Absicherung der Baugrube in eigener Verantwortung unverzüglich durchführen.

Dies sind konkret die Ankerkopfsicherung und die Absteifung auf die oberste Geschoßdecke der Tiefgarage. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir - aus den Erfahrungen der letzten zweieinhalb Jahre - Ihre Ankündigung, weiterbauen zu wollen, mit Skepsis betrachten. Sie haben eine Baugenehmigung, machen Sie davon Gebrauch.

Die Schweiz gilt bekannterweise als herausragendes Beispiel für demokratische Meinungsbildungsprozesse. Der Stadtrat von Kempten hat in seiner Sitzung vom 1. August 2013 mit eindeutiger Mehrheit einen Bebauungsplanentwurf beschlossen, nach dem auf Ihrem Grundstück kein zentrenrelevanter Einzelhandel zugelassen werden kann. Akzeptieren Sie diese demokratische Meinungsbildung.

Bei der Umsetzung Ihres Bauvorhabens in der genehmigten Form haben Sie die volle Unterstützung der Stadt Kempten. Bitte teilen Sie uns bis 23.08.2013 mit, ob Sie die notwendigen weiteren Sicherungsmaßnahmen selber durchführen und es damit nicht bei Ankündigungen belassen, sondern tatsächlich weiterbauen.

Mit freundlichem Gruß

Dr. Ulrich Netzer

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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