Allgäu
Großes Finale im Allgäu: Radeln gegen Ängste und Nöte

Das sind Nachrichten, die einen bis ins Mark treffen und tiefe Spuren hinterlassen: 40 Jahre ist es her, dass der behandelnde Arzt der fünfjährigen Christiane den Eltern die vernichtende Diagnose überbrachte, ihr Kind sei an Leukämie erkrankt, und das im fortgeschrittenen Stadium. Ein fünfjähriges Mädchen vom Krebs befallen. Schlimmeres ist kaum vorstellbar.

Natürlich mussten sich Christianes Eltern mit dem Gedanken einer baldigen Beerdigung beschäftigen. Und mit dem Thema, wie das weitere Leben ohne Kind aussehen würde.

Die Fünfjährige aber stemmte sich gegen den frühen Tod, und ein Professor kämpfte mit großer Kraft und den damals neuen Forschungs-Ergebnissen aus den USA um das Leben von Christiane. Die ist heute 45 Jahre alt, heißt Eichenhofer mit Nachnamen, hat 1992 eine Stiftung gegründet, die kranken Kindern hilft, und sie hat mit der Tour Ginkgo eine Veranstaltung auf den Weg gebracht, die das Allgäu derzeit in Atem hält.

Viele Laufwettbewerbe

An vielen Schulen legten sich Lehrer, Schüler und Eltern zuletzt schwer ins Zeug, riefen zu Laufwettbewerben oder Kuchenverkauf auf und sammelten auf diese Weise bereits viele Tausend Euro. Die kommen zwei Projekten des Klinikums Kempten-Oberallgäu zugute: der Einrichtung eines Aufenthaltsbereichs für Eltern und Geschwisterkinder sowie der Nachsorge für Familien chronisch kranker Kinder durch den Bunten Kreis Allgäu.

Von Donnerstag bis Samstag gibts nun den Endspurt dieser Tour - mit einem Radl-Tross von Prominenten, die in der gesamten Region Station machen (siehe auch neben stehende Grafik).

Christiane Eichenhofer ist eine Frau mit starkem Willen. Als sie sich 1981, also nach zwölf Jahren des hartnäckigen Kampfes gegen den Krebs, als Siegerin fühlen durfte und als geheilt entlassen wurde, wusste sie: «Ich muss mich für kranke Kinder engagieren.» Ihre Stiftung ist längst eine anerkannte Organisation, die von vielen Seiten Unterstützung bekommt. Was Christiane Eichenhofer wichtig ist: «Kleine Patienten und ihre Eltern dürfen von unserer Gesellschaft nicht alleine gelassen werden.»

Die Tour Ginkgo soll deshalb nicht nur Gelder eintreiben, sondern auch informieren und Leute sensibel machen. Das ist ihr in dieser Region bislang gelungen. Denn mit welcher Begeisterung Lehrer und Schüler zuletzt für die Ginkgo-Tour an ihren Schulen getrommelt haben, verdient großen Respekt. Übrigens: Das Wahrzeichen der Tour ist das Blatt des asiatischen Ginkgobaums, dessen Geschichte einem ebenfalls zu herzen geht.

Es war die erste Pflanze, die nach dem Atombombenabwurf auf Hiroshima wieder anfing zu wachsen und gesunde Blätter zu tragen - und damit ebenfalls einen starken Willen bewies.

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