Umgehung
Große Lösung und faire Gespräche angemahnt

«Alle wollen die große Umgehung», so fasste Clemens Kees aus Apfeltrang den Tenor der Bürgerversammlung in Ruderatshofen zusammen. Auch wenn es schwieriger und teurer sei, so sei es die sinnvollste Lösung, Ruderatshofen und Apfeltrang auf dieser Verbindung Marktoberdorf-Kaufbeuren gleichzeitig zu umgehen. Dies wurde aus vielen Wortmeldungen deutlich. Bei der Umsetzung drängt allerdings die Zeit: An der Kreisstraße muss der Bahnübergang ausgebaut werden, die maroden Kirnachbrücken sind sanierungsbedürftig. Für den Bau einer Umgehung fehlen aber vor allem die nötigen Grundstücke.

Die Positionen sind klar: Der Landkreis und der Gemeinderat wollen die Umgehung. Der Kreis ist bereit, rund 5 Millionen Euro für die Umgehung Ruderatshofen in die Hand zu nehmen, wovon - abzüglich Staat und Gemeinde - rund 2,2 Millionen aus der Kreiskasse zu finanzieren sind. Grundsätzlich hält der Landkreis auch die große Lösung für sinnvoll, die neben Ruderatshofen Leichertshofen und Apfeltrang im Osten umfährt. Diese «logische Trasse» (Landrat Johann Fleschhut) wäre aber rund 4,5 Kilometer lang, 6,1 Millionen Euro teuer und der Landkreisanteil läge bei 2,7 Millionen. Die Gemeinde müsste für die Umgehung einen Anteil von 250000 bis 400000 Euro tragen. Zudem übernähme sie die alte Straße.

Entscheidung bis Ende Oktober gefordert

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Die Verantwortlichen bezweifeln, dass sie die nötigen Grundstücke bekommen. Dies gilt schon bei der kleinen Lösung (ohne Apfeltrang) als sehr schwierig. Der Landkreis will nun aufgrund neuer Grundverhandlungen bis Ende Oktober eine Entscheidung zur Umgehung.

Neue Zeichen stimmen die Verhandler zuversichtlich: Dass rund 200 Besucher bei der Bürgerversammlung den Walburgsaal füllten, zeigte das enorme Interesse der Bürger an der Umgehung. Zudem überreichten Stefan Eger und Werner Weiß 350 Unterschriften aus Ruderatshofen und Apfeltrang an den Landrat, um zu zeigen, wie sehr die Bevölkerung das Gesamtprojekt wolle. Eger sagte, dass man die Belange der Landwirte in fairen Verhandlungen berücksichtigen solle.

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In ihren Wortmeldungen verdeutlichten viele Bürger, warum sie die Umgehung wollen: Man könne draußen nicht miteinander reden, beklagte eine Anwohnerin der Marktoberdorfer Straße. Sie bange täglich, ob die Kirnach-Brücke noch halte, sagte eine Anliegerin. Es gehe um Sicherheit und Lebensqualität im Ort, argumentierten andere. Bürgermeister Johann Stich erwartet auf der Nord-Süd-Achse eine Entlastung um 60 Prozent im Ort, bei derzeit täglich 6000 Fahrzeugen.

Es gab aber auch Kritik: Franz Aufmuth bezweifelte, dass der Landkreis wirklich die Umgehung bauen wolle. In den vergangenen Jahren hätten in Apfeltrang rund 50 Hektar den Besitzer gewechselt, aber der Landkreis kaufte nichts.

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Hier gestanden Stich und Fleschhut einen Fehler ein, da eine Fläche auf der möglichen Trasse lag. Als sie angeboten wurde, war die Verwirklichung aber sehr zweifelhaft. Zudem erfahre die Gemeinde von den Geschäften erst, wenn diese beim Notar liegen. Die Kommune wolle durch ein höheres Gebot nicht den Preis nach oben schrauben, so Stich.

Fleschhut sagte, eine Straße könne man nicht ohne Grundbesitzer bauen: «Wir können die Straße nicht in die Luft hängen.» Daher appellierte er an alle Landwirte, sich Gesprächen nicht zu verschließen. Mit Steuergeldern könne man aber keine überzogenen Preise bezahlen.

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Bei den Gesprächen setzt man auf das Amt für ländliche Entwicklung. Florian Bisle bot bei der Versammlung als Vertreter dieser Behörde an, begleitend ein neues Flurumlegungsverfahren durchzuführen. Damit will man verhindern, dass die Bewirtschaftung der Flächen erschwert wird.

Sachliche Verhandlungen mit mehreren Partnern

Diese Frage wird wohl in den nächsten Monaten Thema vieler Gesprächen sein. Hierzu gab es von allen Seiten den Wunsch, sachlich und fair miteinander zu reden. Neben dem Bürgermeister wird auch Florian Bisle eingebunden. Für den Landkreis kümmert sich neben Fleschhut und Wolfgang Kühnl von der Kreisverwaltung auch der Landratsstellvertreter und frühere Bürgermeister von Mauerstetten, Alex Müller, um das Projekt.

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