Konzessionsabgabe
Großabnehmer zahlen mehr für Strom

25 Euro mehr Konzessionsabgabe (100 statt wie bisher 75 Euro) zahlt Bürgermeister Hans-Peter Koch künftig jährlich an sein Stromversorgungsunternehmen, wenn in Dietmannsried die sogenannte Sockellösung wegfällt. In diesem Falle tut dies der Bürgermeister gerne, denn die Konzessionsabgabe fließt direkt vom Stromversorger ins Haushaltssäckel. «Das spült uns jährlich 40 000 Euro mehr in die Gemeindekasse», warb der Rathauschef für eine gleichbleibende Konzessionsabgabe von 1,32 Cent pro Kilowattstunde (kWh) Strom und wurde von der Mehrheit der Räte unterstützt.

Bisher haben Großabnehmer, beispielsweise Landwirte, finanzielle Vorteile: Bis 5000 kWh zahlen sie wie jeder andere auch, eine Abgabe von 1,32 Cent. Was darüber hinaus geht, wird mit einer niedrigeren Konzessionszahlung belegt, 0,46 Cent beim Allgäuer Überlandwerk (AÜW) und 0,21 Cent bei den Lech-Elektrizitätswerken (LEW). Diesen Vorteil soll es ab 2011 nicht mehr geben, entschieden die Gemeinderäte und versprachen zugleich, die Grundsteuern A und B sowie die Gewerbesteuern 2011 nicht zu erhöhen.

«Doppelter Nachteil» für Bauern

Von der neuen Regelung sind die meisten gar nicht betroffen, beruhigte im Gemeinderat Kämmerer Christian Götsch. «Ein Vier-Personen-Haushalt hat generell einen Verbrauch von rund 3000 kWh im Jahr.» Da bleibt alles beim Alten. «Die Landwirte haben mit der neuen Regelung aber einen doppelten Nachteil,» kritisierte Gemeinderat Gerhard Merk: «Sie müssen mehr zahlen und haben den zusätzlichen Aufwand, dass sie um die Strommasten mit der Hand herum mähen müssen.» Da gibts doch eine Vergütung, warf Gemeinderat Markus Wiedemann ein. Das sei «zu Vaters Zeiten» so gewesen, wies daraufhin Gemeinderat und Landwirt Peter Mösle ein. Früher habe es Einmalzahlungen gegeben für Eisenmasten (nicht für die aus Holz) auf Wiesen.

«Wir haben Hindernisse bei unserer Arbeit und sollen dafür künftig auch noch mehr zahlen,» kritisierte Mösle und sprach sich für eine Beibehaltung der bisherigen Sockellösung aus. Mösles Berufskollege Hans-Peter Fleschutz machte deutlich: «Ich habe 19 Masten auf meinen Flächen. Die muss ich jedes Mal umfahren und mit der Hand ausmähen. Diese Mehrarbeit sollte eigentlich vergütet werden.»

Werner Endres hingegen sagte, es sei Fakt, dass die Gemeinde durch die Sockellösung seit vielen Jahren auf viel Geld verzichtet habe. Jonglieren könne man ja beim Strompreis und da gebe es zusammen mit dem Bauernverband ja auch Großabnehmer-Regelungen, die die Kosten senken könnten.

Mit der neuen Variante zahlen Landwirte laut einer Berechnung des Kämmerers jährlich im Schnitt 80 bis 90 Euro mehr Konzessionsabgabe. Im vergangenen Jahr nahm die Gemeinde rund 170000 Euro insgesamt durch diese Abgabe ein.

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