Umwelt
Grenzwerte für die Gesundheit der Allgäuer gefordert

180 Unterschriften hat die Bürgerinitiative 'Strahlungsarmes Grünenbach' dem Gemeinderat vorgelegt. 180 Unterschriften gegen den geplanten Bau eines Behördenfunkmastes in Ebratshofen. In Lindau-Zech kämpft eine andere Bürgerinitiative gegen die Pläne für die am Grenzübergang Hörbranz vorgesehene Autobahnraststätte.

Sie kämpft gegen Lärm, Abgase und Feinstaub. Belastungen aus der Umwelt auf den Menschen – ein Thema, das viele Bürger bewegt. Um gesundheitliche Risiken einzudämmen, gibt es verschiedene Vorschriften und Grenzwerte.

Strahlung: Egal ob Hochspannungsleitungen, Radiowellen oder Mobilfunk – man ist ständig elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Zum Schutz vor gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt es das Bundes-Immissionsschutzgesetz, in dem Grenzwerte für elektrische und magnetische Felder in der Umgebung von Stromversorgungsanlagen oder Funksendeanlagen festgelegt sind.

'Jeder der eine solche Anlage betreibt, muss eine Standortbescheinigung vorlegen, in der bestätigt ist, dass die Werte eingehalten werden', sagt Ulrich Härle, am Landratsamt Oberallgäu zuständig für Bau und technischen Umweltschutz sowie das Gesundheitsamt. Wo beispielsweise Mobilfunksendeanlagen stehen dürfen, ist nicht gesetzlich beschränkt.

Allerdings haben sich Mobilfunkbetreiber 2001 in einer freiwilligen Selbstverpflichtung bereit erklärt, vorrangig andere Standorte als in der Nähe von Kindergärten und Schulen zu prüfen. Inwieweit aber können Kommunen Einfluss auf den Bau einer solchen Anlage nehmen?

'Eine Gemeinde kann sich aus der Netzversorgung nicht ausklinken', so Härle. 'Es ist möglich einen solchen Bau in gewissen Gebieten auszuschließen, aber dann müsste die Gemeinde andere mögliche Standorte ausweisen.'

Lärmbelästigung: Selbst wenn Lärm nicht als störend empfunden wird, kann er sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Langer, übermäßig hoher Lärm kann Stressreaktionen auslösen, durch die wiederum Hormone ausgeschüttet werden, die möglicherweise einen erhöhten Blutdruck nach sich ziehen. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LFU) ist der Straßenverkehr der hauptsächliche Verursacher der Lärmbelastung.

Als sogenannte Vorsorgezielwerte nennt das Amt folgende Zahlen: tagsüber 55 Dezibel, nachts 45 Dezibel. Hinsichtlich der verschiedenen Gebietsarten unterscheiden sich diese Orientierungswerte jedoch. So soll die Lärmbelastung in reinen Wohngebieten tags 50 Dezibel nicht überschreiten, in Gewerbegebieten liegt der Wert bei 65 und in Industriegebieten bei 70 Dezibel.

'Dabei handelt es sich um einen Richtwert, nicht um einen Grenzwert', sagt Härle. 'Was aber nicht bedeutet, dass eine Überschreitung okay ist.' Überprüft werden diese Werte dann in Einzelfällen, wenn es Beschwerden gibt.

Luftverschmutzung: Laut LFU hat sich die Luftqualität in Bayern und im Allgäu im letzten Jahrzehnt signifikant verbessert. Und dennoch: In der Luft, die wir einatmen, befinden sich Schadstoffe – je nach meteorologischen Schwankungen mehr oder weniger.

Eine bereits kurzzeitig erhöhte Konzentration von Luftschadstoffen kann die Gesundheit vorübergehend oder auch andauernd beeinträchtigen: Reizungen der Schleimhäute sowie Entzündungen und Erkrankungen der Atemwege können die Folge sein. Hauptverursacher der Luftverschmutzung sind neben dem Verkehr Industrie- und Gewerbebetriebe sowie Hausbrände. Feinstaub ist der wohl berühmteste dieser Schadstoffe. In Kempten, Lindau und Bad Hindelang (Oberallgäu) misst das LFU regelmäßig die Luftqualität.

Der Grenzwert von Feinstaub beispielsweise – 50 Mikrogramm pro Kubikmeter im 24-Stunden-Mittelwert – darf an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. In Kempten ist das seit 2000 noch nie geschehen, in Lindau seit 2006 nicht mehr.

Aktuelle Ergebnisse der Allgäuer Messstationen von Luftschadstoffen unter www.lfu.bayern.de/luft/lueb

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