Bidingen
Gräben gegen verfaulte Saat gebaut

Hubert Senger aus Bidingen ist seit August vergangenen Jahres in Kenia verheiratet. Zusammen mit seiner Frau Ann und der Tochter Alice ist er zurzeit auf Heimaturlaub. In zwei Vorträgen berichtete er nun über sein Leben in Kenia und beantwortete zahlreiche Fragen.

2003 war Hubert Senger beim ehemaligen Bidinger Pfarrer Michael Schrode in Venezuela zu Besuch. Dort lernte er den Kenianer James kennen. Durch ihn wurde er auf den Verein «Hilfe zur Selbsthilfe Mun-yu/Kenia» aufmerksam. 2005 reiste Senger dann nach Kenia, um sich zu informieren und seinen Freund James wieder zu sehen.

Ein Jahr später machte er sich für über sechs Wochen erneut auf die Reise, um eine Handpumpe zu bauen, mit der sauberes Trinkwasser aus einem Tiefbrunnen gefördert werden kann. Damals lernte er seine heutige Frau Ann aus Kenia kennen. 2007 kam sie mit einer Gruppe im Rahmen eines KAB-Treffens zu Besuch nach Bidingen.

Hubert Senger, bis dato Industriemechaniker bei Fendt in Marktoberdorf, gab seinen Arbeitsplatz auf und zog im Dezember 2007 nach Munyu. Munyu liegt im zentralen Hochland von Kenia, circa 70 km nordöstlich der Hauptstadt Nairobi und ist eine großflächige Streusiedlung mit mehr als 10000 Einwohnern. «Ich startete in eine nicht klare Zukunft, wusste aber, dass ich mich zusammen mit Menschen für Menschen einsetzen möchte, denen es nicht so gut geht. Ich habe es nicht bereut», erzählte Senger.

«Einer von ihnen»

Das erste Jahr lebte er in einer Lehrerwohnung und besuchte die Menschen, um zu erfahren, was für sie notwendig ist. Mittlerweile wohnt er mit seiner kenianischen Familie in einem Haus und ist «einer von ihnen».

Trotzdem bedürfe es manchmal viel Überzeugungskraft, die Leute dazu zu bringen, mit Eigeninitiative etwas zu bewegen, so Senger. Wichtig sei auch die Unterstützung aus Deutschland, für die er sehr dankbar ist, wie er sagt.

Eines der ersten Projekte war der Bau von Gräben in den Feldern, die bei Regen überschwemmt wurden, wodurch die Saat verfaulte. Regenwasser wird jetzt in einem Speicher gesammelt und in der Trockenzeit für die Bewässerung des Gemüses verwendet. Der beim Bau des Speichers angefallene Aushub wurde weiterverarbeitet und verkauft und die Kosten damit refinanziert. Baumaschinen gibt es nicht. Es wird nur von Hand gearbeitet. Sauberes Trinkwasser ist rar. Darum entsteht derzeit ein großer Wassertank, der Regenwasser speichert.

Großes Anliegen ist Senger die «Maria Magdalena Special School». Dort werden rund 90 geistig behinderte Kinder und junge Erwachsene, die früher verachtet oder weggesperrt wurden, gezielt gefördert. Weitere Projekte sind der Betrieb einer Maismühle, der Aufbau einer Holz- und Metallwerkstatt und einer Nähschule sowie der Ausbau des maroden Bildungsangebotes in Kindergarten und Schule.

Hubert Senger und seine Familie nutzen die Wochen des Besuchs, um Kontakte zu pflegen und den vielen Einladungen nachzukommen. Die zahlreichen Eindrücke werden vermutlich erst nach der Rückkehr nach Munyu Ende Januar verarbeitet werden können, so Senger.

www.munyu.de

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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