Gourmetgeranien mit Zimt-, Cola- oder Bratennote

Von Sylvia Rustler | Memmingen Wenn Gärntermeister Dieter Stegmeier Schokoladenpudding kocht, gibt er kleingehackte Geranie mit After-Eight-Geschmack hinzu. Plagen ihn Kopfschmerzen, schnuppert er kräftig an der Geranie mit befreiendem Pfefferminz-Duft. Und wenn er zum Baden an den Baggersee geht, reibt er sich gegen Mücken und Bremsen mit den Blättern der Zitronen- und Moschussorte ein. Stegmeier ist einer der vielen Aussteller bei 'Memmingen blüht'. Zwischen bekannten Blumen und Gartenaccessoires können Besucher hier einige Besonderheiten entdecken.

Stolz ist der Gärnter insbesondere auf seine 'Gourmetgeranien'. Neben denjenigen mit feiner Zimtnote, fruchtigem Erdbeer- und frischem Orangengeruch schwärmt er von Sorten, die nach Gummibärchen, Cola oder Hammelbraten schmecken. 'Es gibt rund 350 verschiedene Duftgeranien. Einige sind Wildformen aus Südafrika, andere sind Züchtungen', erklärt Stegmeier und erzählt, wie er zusammen mit Spitzenköchen einige exquisite Rezepte wie etwa Seelachsfilet mit Apfelgeranie entwickelt hat.

Aber auch mit anderen Verwendungsmöglichkeiten sorgt Stegmeier beim Blumenmarkt auf dem Stadthallenvorplatz für erstaunte Gesichter. So berichtet er, wie er mit seinen 'Moskitoschockern' in der Günther-Jauch-Sendung Stern-TV zu sehen war. 'Ich war mit 400 aggressiven Stechmücken in einem 80 mal 80 Zentimeter großen Kasten eingesperrt. Der uneingeriebene Arm hatte in 20 Sekunden 40 Stiche. Der andere in 30 nur zwei. Die Geranien sind eine ideale Duftbarriere am Schlafzimmerfenster.'

Währenddessen wird am Stand gegenüber die in einem jahrelangen Prozess in Form gebrachte Zwergkiefer von Gabi Grimm aus Illerbachen bewundert. In vielen Arbeitsstunden wurden der Pflanze immer wieder feine Äste 'aufgepfropft', so dass sich das Gewächs nun mit buschigen Baumkronen schmücken kann. Preis: 745 Euro.

Ein Hingucker sind für viele die neuen Bonsais von Carmen und Dieter Maier aus Memmingen: ein Kiwi- und ein Mammutbaum im Miniformat. An der Kiwipflanze wachsen stachelbeergroße Früchte und wer will, kann sich den laut Dieter Maier normalerweise 35 Meter hohen Mammutbaum in einer 20-Zentimeter-Ausgabe ins Wohnzimmer stellen. Daneben bieten die Maiers Feng-Shui-Fahnen an. 'Sie sollen Erde und Himmel zusammenbringen. Sie stehen in Bali als Glücksbringer vor vielen Häusern und sind auch bei uns im Kommen.'

'In' ist nach Worten von Jutta und Peter Kull auch alles, was rostig ist. Damit ihre metallenen Blumensäulen von der Substanz überzogen werden, so die Kunsthandwerker, behandeln sie sie mit Salzsäure. Den Verwitterungsprozess nicht künstlich herbeiführen, muss Philipp Karg aus Buxheim. Der Antiquitätenhändler präsentiert an der Grimmelschanze handgeschmiedete, rostige Zäune, die mit pausbackigen Putten dekoriert sind. Sie stammen ihm zufolge von altehrwürdigen Anwesen und waren zum Teil über 100 Jahre lang dem Wetter ausgesetzt. Das älteste Stück, das er besitzt, hat Karg heute allerdings zu Hause gelassen: Einen 26 Meter langen, über 300 Jahre alten barocken Zaun für 15 000 Euro.

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