Blutspende
Gottfried Horn aus Lindenberg ist seit 1967 Blutspender

Ein erwachsener Mann hat fünf bis sechs Liter Blut im Körper. Mehr als das Zehnfache davon hat Gottfried Horn schon gegeben, um anderen Menschen zu helfen, die den roten Lebenssaft dringend brauchen. Der Lindenberger ist regelmäßiger Blutspender. Kürzlich wurde er vom Roten Kreuz geehrt - für seine 125. Spende. «Mein Antrieb ist, Gutes zu tun und anderen zu helfen», sagt Horn im Brustton der Überzeugung.

Mit 18 Jahren hat er zum ersten Mal Blut gespendet, in seiner baden-württembergischen Heimat in Creglingen (Main-Tauber-Kreis). Notwendig dazu war damals noch die Unterschrift seines Vaters. Das Rote Kreuz hatte seinerzeit, 1967, die Spender in der ländlichen Gegend mit dem Bus eingesammelt. Nach der üblichen ärztlichen Untersuchung ging es zum ersten Mal auf die Liege. «Das war damals noch nicht so angenehm wie heute. Die Flasche hing über dem Bett, man hat das Blut mit seinem eigenen Blutdruck dort hinein gepumpt», erinnert er sich. Eine halbe Stunde Liegezeit danach war Vorschrift, damit sich der Kreislauf wieder erholt. Eine kleine Brotzeit und Getränke als Dankeschön gab es damals aber auch schon.

Mittlerweile ist Horn ein regelrechter Profi. So oft es geht, spendet er Blut, bis zu sechs Mal im Jahr. Zwischen zwei Terminen müssen mindestens 56 Tage Pause sein. Seit er 1981 nach Lindenberg gezogen ist, gibt er hier seinen Lebenssaft. Praktischerweise finden die Sammeltermine mittlerweile in der Lebenshilfe statt - nur einen Steinwurf von seinem Zuhause entfernt. Die 80 Fragen des obligatorischen Fragebogens zu Beginn kann er fast blind ausfüllen. Vorher viel trinken, keine zu fettreichen Mahlzeiten, kein Alkohol - all das beherzigt er genau. Schließlich ist es für eine gute Sache.

Was mit dem halben Liter Blut genau passiert, der ihm jedes Mal abgezapft wird, weiß Horn nicht. Nur, dass er nach Kitzingen gebracht wird. Dort ist die bayerische Blutzentrale des Roten Kreuzes, die die Konserven einlagert und verteilt. Etwa ein Viertel werden bei Krebserkrankungen eingesetzt, ein Fünftel bei Herzerkrankungen. Das Blut von Gottfried Horn ist besonders wertvoll: Er hat Blutgruppe 0 negativ und gilt als sogenannter Universalspender. Sein Blut verträgt sich mit allen anderen Blutgruppen. «Nur 7 von 100 Menschen haben 0 negativ», weiß er.

Ende März wird Horn sich das nächste Mal eine Kanüle in den Arm stechen lassen. «Ich werde spenden, so lange es meine Gesundheit zulässt», hat er sich vorgenommen. Mit 68 ist allerdings Schluss. Das ist die gesetzlich vorgeschriebene Höchstgrenze. «Die 150 pack ich aber schon noch», sagt Horn. Und er würde sich wünschen, dass mehr Leute seinem guten Beispiel folgen würden: «In Lindenberg kommen meist 150, 160 Blutspender. Für eine Stadt mit 12000 Einwohnern ist das viel zu wenig», findet Horn. Zumindest das Doppelte müsste es sein. Er hat seinen Teil dazu beigetragen: «Mein Sohn spendet auch. Er ist 30 Jahre alt und hat schon 40 Spenden hinter sich», sagt er stolz.

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