Ehrung
Goldener Apfel für Renate Domin

Vor zehn Jahren tauchte sie in der Kemptener Frauenszene auf, mischte sich ein, schlichtete langjährige Querelen, holte die Frauen an einen Tisch, übernahm Verantwortung als Vorstandsfrau, bewegte etwas. Sie wurde aktiv im Frauenzentrum, im Beginenhaus, in der Selbsthilfegruppe Frauen mit Krebs: Renate Domin aus Kaufbeuren. Mit ihrem ehrenamtlichen, energiegeladenen Engagement ist sie inzwischen aus der Kemptener Frauenarbeit nicht mehr wegzudenken. Daher stand für die Kempt´ner Frauenliste außer Frage: «Renate bekommt heuer den Goldenen Apfel.» Am vergangenen Freitag wurde ihr diese Ehrung bei einer Feier im Haus International zuteil.

Kreiert wurde der Preis diesmal von Edith Hersping, die im Verein «Selbsthilfe für Frauen mit Krebs» seit fünf Jahren eng mit Domin verbunden ist. Sie suchte ein Wurzelwerk aus der Natur aus, «geprägt mit verschiedensten Verflechtungen, wie es sie auch in deinem Leben gegeben hat».

Der Historikerin und Vorsitzenden des Fördervereins Beginenhaus, Birgit Kata, gingen bei der Beschreibung von Renate Domin beinahe die Wörter aus: «Stark, positiv, feurig, frisch, fröhlich, energievoll, unaufgeregt, leistungsbereit, bescheiden.»

Kata ließ das Leben der heute 55-Jährigen Revue passieren. Immer schon war sie ein Familienmensch, setzte sich für ihre Mitmenschen ein. Schon mit sieben Jahren wollte sie Krankenschwester werden, übte den Beruf aber nicht aus, schwenkt um, wurde Bilanzbuchhalterin und Steuergehilfin.

Trauerseminar ein Auslöser

Im April 2000 wurde sie Witwe. Bei einem Trauerseminar ergriff sie die Initiative, gründete die erste Witwengruppe in Kempten. Danach ging es Schlag auf Schlag: Es folgten ihr Engagement im Frauenkulturzentrum, im Weiberrat, im Bad Grönenbacher Gospelchor, dem sie seit zwei Jahren vorsteht. «2003 hat es unser Förderverein ihr zu verdanken, dass wir 100000 Euro an Spenden für das Beginenhaus bekommen haben», nannte Birgit Kata ein Beispiel aus Domins Aktivitäten.

2009 erkrankte Renate Domin an Krebs, mit der Unterstützung der Familie stellt sie sich dieser neuen Lebenskrise - und gibt bei ihrer Verleihung schmunzelnd eine «Warnung» aus: «Ich komme wieder, ich habe nur eine Auszeit genommen». Ihr Schaffen sei für sie selbstverständlich gewesen: «Frauen sollten für Frauen kämpfen», meinte sie. (mor)

 

Mit der Verleihung des Goldenen Apfels, so Katharina Babl als Vorsitzende der Kemptner Frauenliste reihe sich die quirlige Renate Domin (Foto) ein in die starken Kemptener Frauen, darunter so bekannte Namen wie Inge Nimz, Inge Waidelich, Eva Müller. Die 55-Jährige aus Kaufbeuren erhält den elften Apfel. Foto: Monika Rohlmann

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