Nesselwang
Goldene Nessel für zwei Engagierte

Nesselwang hat zwei neue Träger der Goldenen Nessel. Beim gemeinsamen Neujahrsempfang der Marktgemeinde und der evangelischen und katholischen Pfarrgemeinde im Pfarrheim verlieh Bürgermeister Franz Erhart die Auszeichnung an Ute Zwerger und Gerhard Fricke. Sie hätten in beispielhafter Weise den Spruch verwirklicht «Frage nicht, was der Staat für Dich tut, sondern was Du für die Gemeinschaft tun kannst», betonte er in seiner Laudatio. Die wie immer bis zuletzt strikt geheim gehaltene Ehrung wurde mit großem Beifall aufgenommen.

Seit 2005 verleiht der Markt Nesselwang die Bürgermedaille, «um Persönlichkeiten aus unseren Reihen auszuzeichnen, die sich für andere und das Gemeinwohl engagieren», so Erhart. Die neuen Preisträger hätten sich nicht ins Rampenlicht gedrängt. Es stehe der Gemeinde gut an, ihre Leistungen und ihr Engagement im Dienste anderer zu würdigen.

Die Segel richtig setzen für den Markt Nesselwang

In seinem Grußwort wies der Rathauschef auf die schwierige Lage der öffentlichen Haushalte hin, die vor einer der schwierigsten Herausforderungen seit vielen Jahrzehnten stünden.

«Die kommunale Selbstverwaltung ist akut in Gefahr», warnte er, zeigte sich aber mit Blick auf die «vielen erledigten Aufgaben und Baustellen im letzten Jahr» zuversichtlich, dass es wieder aufwärtsgeht: «Wir können den Wind nicht ändern, aber wir können die Segel richtig setzen».

In seiner Eigenschaft als Hausherr überbrachte Pfarrer Heribert Stiegler die Neujahrswünsche und konnte zahlreiche Ehrengäste und Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Verbänden begrüßen. Als Festredner stellte er den Präsidenten des Deutschen Caritasverbandes, Prälat Dr. Peter Neher vor, «einen Pfrontener, der aber auch in Nesselwang zu Hause ist, weil er schon zum fünften Mal hintereinander den Silvestergottesdienst auf Maria Trost gefeiert hat».

Investieren in Qualifizierung statt Bildung zurückfahren

Unter dem Motto «Armut bekämpfen - Teilhabe fördern» wies Prälat Dr. Neher auf die wachsende Armut in Deutschland hin, bei der es zwar nicht um Verhungern gehe, aber um Benachteiligung und Ausgrenzung am Rande des Existenzminimums, in Europa bei etwa 16 Prozent der Bevölkerung, in Deutschland bei 15 Prozent. Falsche Einschnitte bei sozialen Einrichtungen und Bildung verursachten langfristig höhere Kosten. «Wenn Zuschüsse für Jugendzentren, Sozialarbeit in den Schulen und Qualifizierungsangebote gestrichen werden, mag das kurzfristig die Haushalte entlasten, langfristig aber verschärfen sich die Probleme», warnte der Experte. Sein Fazit: «Wir müssen in Qualifizierung investieren und die Bildungsausgaben trotz der schlechten Wirtschaftslage erhöhen und nicht zurückfahren».

Als Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde erinnerte Pfarrer Thomas Weinmair an ein Wort der Dichterin Dorothee Sölle: «Eine Gefahr für das Leben ist, dass wir den Erfolg mit dem Sinn des Lebens verwechseln».

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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