Ketterschwang
Globalisierung im Kreuzfeuer

Die Globalisierung und der Preisdruck der Discounter standen im Mittelpunkt der Jahresversammlung der Bezirkszuchtgenossenschaft Kaufbeuren (BZG) in Ketterschwang. Vorsitzender Adolf Schmid begrüßte zahlreiche Gäste und Mitglieder. Mahnend ging er auf die Folgen der Globalisierung und den Preisdruck der Handelsriesen ein. «Landwirtschaft ist nicht mehr kalkulierbar», sagte er. «Notwendig wäre eine werteorientierte Politik, die leider fehlt.» Wenn kein rasches Umdenken der politischen Entscheider stattfinde, stünden viele landwirtschaftliche Betriebe vor dem Aus. Besonders frustrierend nannte er die Umstände, dass «maßlos gierige Manager und Banker durch ihr grob fahrlässiges und sittenwidriges Verhalten» unzählige Existenzen gefährdeten, ohne zur Rechenschaft gezogen werden zu können.

Geschäftsführer Remigius Erhardt gab einen Geschäfts- und Kassenbericht, der ein kleines Plus in der Kasse auswies. Die Entlastung auf Antrag der Kassenprüfer durch die Versammlung war dann auch eine Selbstverständlichkeit.

Vorbildhaft bezeichnete Erhardt die Millioneninvestitionen, die landwirtschaftliche Betriebe trotz der schwierigen Wirtschaftslage leisteten. Die Summe lag alleine im Bereich der Bezirkszuchtgenossenschaft Kaufbeuren im Jahr 2008 bei mehr als 14 Millionen Euro für den Betriebsstättenbau. Stolz konnte er darauf hinweisen, dass der Milchviehbereich im Ostallgäu sich wirtschaftlich mit anderen Regionen Deutschlands messen könne. Die Milchquotenentwicklung bei einem Stand von 16 Millionen Kilogramm sei allerdings rückläufig.

Landwirtschaftsdirektor Ludwig Mößner trug der Versammlung, durch Fakten und Zahlen untermauert, die Leistungsergebnisse in der BZG Kaufbeuren vor, wobei er die Wirtschaftlichkeit des Braunviehs in der Region hervorhob, die gegenüber den anderen Rassen durch eine besonders gute Lebensleistung glänzte. Er informierte die Anwesenden über eine Änderung der «Bewertung Exterieur Braunvieh», die zukünftig EU-weit gelte. Durch den Einbau genomischer Zuchtwerte im Zuchtprogramm erwarte man durch das gemeinsame internationale «Projekt Interbull» eine längere Zuchtleistung ausgewählter Stiere.

Dr. Franz Götz gab aus amtstierärztlicher Sicht eine Übersicht über den aktuellen Stand der Blauzungenkrankheit und der Aufhebung der Impfpflicht, die Rindertuberkulose und die gesetzliche Regelung, dass Schlachttiere ohne Erzeugererklärung von Schlachtbetrieben nicht mehr verarbeitet werden dürfen.

Hermann Zuchtriegel von der Besamungsstation Greifenberg referierte über die Zuchterfolge mit sogenanntem gesextem Sperma, das zwar teuer sei, aber auch zu höherem Besamungserfolg führe. Markus Sellner, der Vorsitzende des Jungzüchterverbandes, verlas einen kurzen Bericht über die Aktivitäten des vergangenen Jahres.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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