Gleisarbeiten im 24-Stunden-Takt

von sabrina Müller | Röthenbach/Westallgäu Ab dem 22. Oktober soll der Zugverkehr auf der derzeit gesperrten Strecke Röthenbach - Oberstaufen wieder rollen. Bis dahin ist der Schnellumbauzug der Deutschen Bahn (DB) rund um die Uhr im Einsatz.

Es ist ein ohrenbetäubender Lärm, wenn die über einhundert Meter lange Maschine die alten Gleise aus dem Boden reißt, einsammelt und gleichzeitig die neuen verlegt. Wie Stoßzähne eines Mammuts schieben sich die zwei Stahlheber unter die alten Schwellen, die sofort auf einem Laufband nach hinten transportiert werden und damit den neuen Platz machen. Diese kommen vom hinteren Teil des Zuges und werden im Abstand von 65 Zentimetern automatisch platziert. Etwa 130 Meter schafft es das schwere Gerät in der Stunde nach vorn.

Um die Strecke vom West- ins Oberallgäu auf einem technisch hohen Stand zu halten, werden seit Anfang September 33 000 Schwellen und 46 000 Meter Schienenstahl ausgetauscht. Rund 54 Kilogramm wiegt ein Meter Stahlschiene, 40 Kilogramm eine Schwelle. Alles in allem wiegt das Material rund 350 Tonnen. Gearbeitet wird im 24-Stunden-Takt. Pro Tag bringen es die 24 Mitarbeiter der Deutschen Gleis- und Tiefbau (DGT) GmbH, eine Tochtergesellschaft der DB, damit auf etwa 1300 Meter neue Gleise.

'Uns ist klar, dass dies sehr lärmintensive Arbeiten sind', sagt Gerd Seiffarth, Leiter der Bahnüberwachungszentrale der DB international München. Gerade vor dem Hintergrund, dass es sich um ein Urlaubsgebiet handelt, sei der Arbeitszeitraum mit sieben Wochen bereits auf ein Minimum begrenzt. 'Wir versuchen, die Belastungen so gering wie möglich zu halten und bitten die Anwohner um Verständnis', sagt Seiffarth.

Die Kosten für die Gleisarbeiten zwischen Röthenbach und Oberstaufen liegen bei rund acht Millionen Euro und werden sowohl vom Bund als auch von der DB Netz AG getragen, sagt Seiffarth.

Die Erneuerung der Gleise gewährleisten laut Bauleiter Hartmut Bocker von der DGT ein ruhigeres Laufen von Treibwagen und Waggons auf den Schienen. Zudem schaffe sie die notwendigen Voraussetzungen für die Neigetechnik - eine neue Technik, auf die die DB in den kommenden Jahren setzt. Ab etwa 2011 soll so eine maximale Geschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometer möglich sein, sagt Bernhard Blaas, bei der DB Netz für den Streckenabschnitt Allgäu zuständig.

Bisher erreichen die Züge Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 Kilometer in der Stunde.

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