Special Wirtschaft im Allgäu SPECIAL

Memmingen
Gleiche Stiere für Tiroler und Allgäuer

Kuh ist nicht gleich Kuh. Während der eine Landwirt auf ein Rindvieh mit viel Milchleistung setzt, will der andere eins, das sich problemlos melken lässt oder hübsch anzusehen ist. Je nach Zuchtziel entscheidet er sich für einen Bullen, der das Gewünschte vererbt. Um den Bauern eine größere Bandbreite dieser Vererbungsmerkmale zu bieten, hat sich die Rinderbesamungsgenossenschaft (RBG) Memmingen mit dem Tiroler Braunviehzuchtverband (Sitz: Innsbruck) zur Genossenschaft Alpengenetik zusammengeschlossen.

Xaver Hierl, Vorstand der Alpengenetik und Vorstandsvorsitzender der RBG, nennt weitere Gründe für die Kooperation: «Die Landwirtschaft ist im Fluss. Die Betriebe werden immer größer und der Markt liberalisiert sich zum Beispiel durch private Samenhändler.» Dazu komme eine veränderte Wettbewerbssituation durch die genomi-sche Selektion (siehe Infokasten). «Da wollten wir etwas gemeinsam machen und Synergieeffekte nutzen, statt uns gegenseitig in die Quere zu kommen», sagt Hierl.

Die Tiroler und die Allgäuer Braunviehzüchter ergänzen sich unter anderem durch verschiedene Ansprüche an ihre Rinder.

«Die deutsche Genetik ist bekannt für Leistung, Langlebigkeit und einen hohen Eiweißgehalt in der Milch», erklärt Hans Mair, Vorstand der Alpengenetik und Obmann des Tiroler Braunviehzuchtverbandes. Für die Tiroler dagegen sei die Optik mitentscheidend, da österreichische Landwirte ihre Tiere häufiger auf Ausstellungen präsentierten. «Eine Mischung daraus bringt beiden Seiten Vorteile», ist sich Mair sicher. Weiter hofft er auf positive Impulse für die Braunviehzucht im Allgemeinen, da diese Rasse derzeit etwas mit dem Rücken zur Wand stehe.

200000 Besamungen jährlich

Ziel der Alpengentik ist nun gemeinsam Stiere - ausschließlich der Rasse Braunvieh -, zu kaufen, zu halten und Sperma mit ihnen zu produzieren. Letzteres, ebenso wie die Unterbringung der Tiere, soll gemeinsam in Memmingen erfolgen. «Um Logistik, Organisation und bestehende Liegenschaften kümmern sich die Kooperationspartner wie bisher selbst», sagt Hierl. Die Alpengenetik mit Sitz in Memmingen soll die EU-weit größte Braunviehbesamungsgenossenschaft werden. 200000 Braunviehbesamungen im Verbreitungsgebiet Allgäu und Tirol werden erwartet.

In den weltweiten Markt sollen jährlich rund 250000 Samendosen verkauft werden. Geplantes Umsatzvolumen: 1,5 Millionen Euro im Jahr.

Für den Landwirt vor Ort ändert sich durch die Kooperation laut Mair wenig - «außer, dass er wahrscheinlich günstigere Preise für die Besamung und eine bessere Genetik bekommt», so der Tiroler Verbandsobmann.

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