Glaube, Hoffnung, Kraft

Von Peter Reichherzer
| Füssen Mit einem besonderen Glanzlicht feierte der «Verein zur Förderung alter Musik St. Mang Füssen» sein 15-jähriges Bestehen. «Glaube und Hoffnung sind ebenso Grundpfeiler menschlichen Lebens wie auch religiöser Aussagen. Gerade Psalm- und Motettenkompositionen zeugen von dieser Kraft und Erhabenheit und erreichen uns häufig noch intensiver als das gesprochene Wort.» So schreibt Johannes Schickhaus, der Leiter der Capella Scaramella in einem Vorwort im Programmblatt. Und diese Ergriffenheit stellte sich gleich am Anfang des Konzerts in der Stadtpfarrkirche St. Mang ein.

«Komposition der Hoffnung» nennt Schickhaus die Werke, die von seiner Capella Scaramella (zehn Musiker auf verschiedenen alten Instrumenten) und sechs Vokalsolisten dargebracht wurden. Im ersten Teil standen die etwas früheren Werke auf dem Programm. Gleich zu Beginn zeigten die Künstler, dass alte Musik gar nicht langweilig ist. «In te Domine speravi» von Josquin des Prez wurde zuerst nur gesungen, dann von den Krummhörnern gespielt und zuletzt von vier Sängern auf dem Mirliton interpretiert. Beeindruckend immer wieder der mönchische Gesang der Männer in Orlando di Lassos «Alma redemptoris mater» oder Claudio Merulos «Exaudi Domine» und «Regina coeli laetare».

Die Musiker der Capella Scaramella beherrschen alle mehrere Instrumente - und so konnten sie die verschiedenen Werke auch in immer wieder anderer Instrumentalbesetzung spielen. Schwerpunkt im zweiten Teil waren Werke von Michael Praetorius, Anrufungen an Gott Vater. Die Stimmen der Vokalsolisten waren bestens aufeinander abgestimmt.

Albert Frey beeindruckt als Altus

Wenn doch eine Stimme herausgehoben werden soll, dann die «Altus»-Stimme von Albert Frey. Ohne Druck meisterte er auch die Höhen und so war besonders beeindruckend das Duett Sopran/Altus im «Ecce nunc benedicite», in dem beide auch schnelle Läufe in einem wunderbaren Gleichklang meisterten.

Das Wetter am Kirchweihsonntag war wohl viel zu schön (vielleicht auch der Konzertbeginn zu früh). Denn nur so ist zu erklären, dass viele Plätze in der Basilika leer blieben. Die Künstler hätten mit ihrer Leistung eine voll besetzte Kirche verdient gehabt.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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