Leiharbeit
Gewerkschaft bescheinigt Bosch Vorreiterrolle

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Betriebsrat und Werkleitung des Bosch-Standortes im Allgäu haben sich bei einer Podiumsdiskussion in der Kantine mit dem Thema Leiharbeit auseinandergesetzt. Der Betriebsratsvorsitzende Lochbihler fordert gleiche Bedingungen für alle. Nach den vorgetragenen Fakten und Standpunkten bescheinigte Carlos Gil, Bevollmächtigter der IG Metall im Allgäu, dem Bosch-Werk Blaichach eine «Vorbildfunktion» und eine «Vorreiterrolle».

Ins Bewusstsein rücken

Sieben Millionen prekäre Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland, Steuer-Milliarden für Hartz-IV-Aufstocker und ein sprunghafter Trend zu befristeten Arbeitsverträgen seien Anlass genug, um das Thema Leiharbeit mit dem bundesweiten Aktionstag der IG Metall stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken, erklärte der Gewerkschafter.

Nach Worten des Kaufmännischen Werkleiters Johannes Lauterbach erwarte Bosch von den Mitarbeitern eine engagierte, hochqualifizierte Arbeit und sei deshalb auch bereit, dafür angemessen zu bezahlen. Aktuell, so Lauterbach, seien im Werk Blaichach lediglich rund drei Prozent der Beschäftigten befristet eingestellt.

Auf eine gewisse Flexibilität bei der Personalplanung könne das Werk aber nicht verzichten, zumal man aus der Krise gelernt habe, dass Märkte anfälliger sind, kurzfristiger reagieren und im Werk das Beschäftigungsvolumen in einigen Erzeugnisgebieten langfristig zurückgehe.

Bei der Podiumsdiskussion berichteten einige betroffene Arbeitnehmerinnen über ihre persönliche Situation vor der Übernahme in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Sie hätten sich mit ihrem Lohn gerade so über Wasser halten können. An eine vorausschauende Lebens- und Familienplanung sei nicht zu denken gewesen.

Befristete übernehmen

Deshalb appellierte der Betriebsratsvorsitzende Dieter Lochbihler an die Werkleitung, möglichst alle «Befristeten» im Werk zu übernehmen und «gleiches Geld für gleiche Bedingungen» zu bezahlen. Werkleiter Lauterbach verwies auch noch auf die Aufstockung der Ausbildungsplätze sogar während der Krise und das Angebot einer unbefristeten Übernahme der Auslerner. Immerhin seien im Jahr 2010 insgesamt 42 junge Leute übernommen worden.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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