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Gesundheitsamt rät vom Baden in Allgäuer Seen ab

Algen machen nicht gleich krank. «Ein natürliches Gewässer ohne Algen gibt es nicht,» sagt Biologe Olav König vom Wasserwirtschaftsamt. Sie seien bedeutsame Urorganismen, die durch Photosynthese Sauerstoff freisetzen. Auch die Blaualgen.

Die machen aber derzeit so manchem das Baden am Rottachsee madig, denn sie haben sich - vermutlich wegen der Hitze - explosionsartig vermehrt, sichtbar durch Wassertrübung oder grünliche Schlieren. Dort sollte man nicht baden, rät das Gesundheitsamt Oberallgäu, denn Schleimhautreizungen oder Übelkeit und Erbrechen könnten die Folge sein. Dem Gesundheitsamt liegen aber derzeit keine Meldungen derartiger Erkrankungen vor - und am Rottachsee sei die Blaualge bereits wieder auf dem Rückzug.

Die Blaualge ist nur eine von vielen, vielen Algenarten, die sich in einem Badesee zusammen mit höheren Wasserpflanzen tummeln. Fürs menschliche Auge sind sie unsichtbar, genauso wie Kleinkrebse oder so genannte Rädertiere. Die wiederum fressen Algen, sagt Biologe König. Es sei aber ganz normal, dass nicht immer ein Gleichgewicht zwischen Nahrungsangebot und -nachfrage herrschen könne.

Derzeit seien am Rottachsee die Blaualgen in der Überzahl. << Sie wachsen einfach gut, >> sagt König. Aber das sei wenig problematisch. Zwar wisse man aus der Literatur, dass Blaualgen Toxine (Giftstoffe) bilden können. Hierzulande sei ihm aber noch nie eine durch Blaualgen verursachte gesundheitliche Beeinträchtigung zu Ohren gekommen. Anders sieht es mit fäkalen Verunreinigungen aus.

<< In natürlichen Gewässern gibt es selbstverständlich auch Fäkalkeime, eingebracht durch Wildtiere oder benachbarte Beweidung, >> sagt Dr.Ludwig Walters, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamts Oberallgäu. Beim Verschlucken von so verunreinigtem Seewasser könnten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall die Folge sein.

Um dem vorzubeugen, nehmen Hygienekontrolleure des Gesundheitsamts von Mai bis September monatlich Wasserproben und schicken sie zur Überprüfung auf Fäkalkeime an das Landesuntersuchungsamt in Oberschleißheim. Die Befunde waren bislang in diesem Jahr alle unauffällig. Auf der Homepage des Landratsamts heißt es für alle 26 Badestellen << Keine Leitwertüberschreitung >> - der hygienische Zustand ist überall gut.

Was sich im Wasser an Keimen tummelt, macht also in der Regel nicht krank. << Viel wahrscheinlicher ist es, dass Badefreunde eine Hautreizung aufgrund starker Sonneneinstrahlung bekommen, >> sagt Walters und rät in jedem Fall zu einer guten wasserfesten Sonnencreme, die hautschädigende UVA- und UVB-Strahlen abschirmt.

Infos über den hygienischen Zustand der Badeseen im Oberallgäu unter www.oberallgaeu.org

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