Gesund: Sonne
Gesundheitsamt informiert: In den Bergen und an Gewässern ist die UV-Strahlung besonders hoch

'Je höher man wohnt, desto mehr muss man sich schützen', erklärt Dr. Alfred Glocker, Leiter des Gesundheitsamtes Oberallgäu. Im Oberallgäu sei die Sonnenstrahlung im Vergleich zu tiefer gelegenen Gebieten relativ hoch.

Das Gefährliche sei die UV-Strahlung, die neben Wärme und Licht von der Sonne auf die Erdoberfläche gesendet wird und Sonnenbrände verursachen kann.

"Vor allem wenn man sich in den Bergen und am Wasser aufhält oder im Winter im Schnee unterwegs ist, sollte man an Schutzmaßnahmen denken. Durch Wasser und Schnee werden diese Strahlen nämlich reflektiert und noch verstärkt", sagte er bei einem Informationsabend zum Thema "Sonne mit Verstand statt Sonnenbrand" in der Grundschule Stein.

Laut Glocker müssen vor allem Kinder lernen, mit der Sonne umzugehen. Denn Sonnenbrände in der Kindheit vergesse die Haut nie. Was folgen kann, ist Hautkrebs. Kinder haben nach Angaben Glockers empfindlichere und dünnere Haut als Erwachsene und sind anfälliger für Sonnenbrände.

'In Bayern hat etwa jeder Hundertste ein sogenanntes malignes Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs. Das darf man nicht auf die leichte Schulter nehmen', sagte Glocker.

Hautkrebs entwickle sich aus Zellen, die durch die Strahlung zerstört werden, erklärte Professor Dr. Torsten Schäfer, Hautarzt in Immenstadt. Bei einem Sonnenbrand würden große Biomoleküle, wie Eiweiße und DNA angegriffen. Der Körper sei eine Zeit lang in der Lage, Schäden zu reparieren.

'Diese Schäden summieren sich aber im Laufe der Zeit und irgendwann kann daraus Hautkrebs entstehen', warnt Schäfer. Die Sonne bewirkt nach Angaben des Immenstädter Mediziners aber auch viel Gutes. Sie erzeuge Licht und Wärme, rufe positive Stimmung hervor und helfe, Vitamin D zu produzieren.

Caroline Schwarzmann aus Immenstadt wollte an dem Informationsabend von Schäfer wissen, was von spezieller UV-Schutzkleidung zu halten ist. Es mache durchaus Sinn, sich mit Kleidung zu schützen. Es müsse aber keine spezielle Kleidung sein. Ein dicht gewebtes Oberteil erfülle den gleichen Zweck, sagte der Dermatologe.

'Ist eine teure Sonnencreme aus der Apotheke besser als eine aus der Drogerie?', fragte Simone Müller aus Immenstadt. Es müsse nicht immer das Teuerste sein. Ein Produkt aus dem Drogeriemarkt sei genauso gut wie eine Creme aus der Apotheke, lautete die Antwort.

'Man muss vor allem sensibel sein und die eigene Haut beobachten. Wenn sich etwas verändert oder man ein komisches Gefühl hat, nicht lange zögern und zum Hautarzt gehen', riet Schäfer. Wenn man nur wegen der Vorsorgeuntersuchung komme, müsse man keine Praxisgebühr zahlen. 'Ist man vorsichtig und denkt an ausreichenden Schutz, steht dem Sonnenbaden aber nichts im Wege', sagte der Mediziner.

Weiter Informationen und Tipps zum Thema Hautschutz unter:

www.sonne-mit-verstand.de

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