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Gesundheit! Was bei Erkältungen wirklich hilft – ein Arzt aus Kaufbeuren erklärt

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Den Winter im Allgäu verbinden viele mit traumhaften Pistenverhältnissen, Après-Ski und einem malerischen Alpenpanorama. Zum Winter gehört leider aber auch eine laufende Nase, stechender Kopfschmerz und Reizhusten – eine Erkältung.

Etwa drei Mal im Jahr ist jeder erwachsene Bundesbürger erkältet – und das zumeist im Winter. 'Das ist natürlich kein Zufall', erklärt Dr. Friedrich Zasche, seit 26 Jahren niedergelassener Arzt in Kaufbeuren. 'Der Körper muss im Winter, die Temperatur aufrechterhalten – so bleibt dem Organismus weniger Energie zur Bekämpfung von Krankheitserregern.'

'Außerdem sind im Winter die Tage kürzer. Das Sonnenlicht, worauf der Mensch sowohl vom Körper als auch vom Geist her angewiesen ist, fällt weitestgehend weg', führt Dr. Zasche aus. Dass die Psyche bei jeder Art von Krankheit eine Rolle spielt, ist erwiesen. 'Vor allem der Genesungsverlauf lässt sich häufig durch eine positive Grundeinstellung verbessern.'

Wie schützt man sich nun vor einer Erkältung?

'Das ist sehr schwierig', verdeutlicht der Allgemeinarzt. 'Die Ansteckung erfolgt immer durch andere, bereits erkrankte Personen. Meist in Form einer Tröpfcheninfektion, wie zum Beispiel beim Niesen oder Husten.' Dabei kann ein einzelner Hustenstoß eines Erwachsenen ein ganzes Zimmer infizieren. 'Demnach ist es so gut wie unmöglich, eine Ansteckung komplett zu verhindern'.

Vorsehen kann man sich allerdings schon, so Dr. Zasche weiter. 'Angemessene Kleidung schützt vor Kälte – Viel Schlaf, wenig Reizstoffe wie Kaffee und Alkohol sowie regelmäßige und vollwertige Ernährung hilft dem Immunsystem.'

Auch Hausmittel wie Fußbäder und Nasenspülungen sind sinnvoll, wenn: 'Sich der Mensch dabei wohl fühlt. Bei kalten Füßen ist ein heißes Fußbad eine Wohltat – das steigert das Wohlbefinden, wird eine Erkältung aber nicht gänzlich abwehren können.' Auch übliche Körperhygiene, regelmäßiges Händewaschen zum Beispiel, ist sinnvoll. 'Aber übertriebene Hygiene oder gar Waschzwang verhindern weder sich selbst anzustecken, noch die Übertragung auf andere.'

Triefnase - und nun?

Wie Krankheiten generell und Erkältungen speziell am besten verarbeitet werden, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Der Kaufbeurer Mediziner rät, 'einfach im Bett zu bleiben.' So könne sich der Körper mit dem Infekt besser auseinandersetzen. Und das ist wichtig, denn: 'Krankheiten sollten, egal ob leicht oder schwer, nie ignoriert werden.'

Die Erkältung ist man 'meist binnen dreier Tage' wieder los – und das praktisch von selbst, denn behandeln lässt sich der Virus ohnehin nicht. 'Jeder Einzelne muss entscheiden, ob er oder sie Medikamente nehmen möchte. Es ist absolut legitim Kopfschmerzen, Husten oder Schluckbeschwerden mit den entsprechenden Arzneimitteln zu lindern. Nur muss klar sein, dass nur die Symptome und nicht der Infekt selbst behandelt werden', erklärt Dr. Zasche. Der Saunagang ist übrigens nur als Prophylaxe sinnvoll. Während einer Erkältung sollte nicht sauniert werden.

Auch bei eventuellen Arbeits- oder Schulbefreiungen setzt Dr. Zasche auf die Mitarbeit seiner Patienten: 'Wer sich mit einer Erkältung schlecht fühlt, oder Angst hat seine Kollegen oder Mitschüler anzustecken, soll zu Hause bleiben.' Wer dagegen fit ist, könne ruhig arbeiten gehen, so Zasche.

Und so ist es nun mal im Winter, 'da gehören Erkältungen bis zu einem gewissen Grad dazu', sagt Dr. Zasche abschließend. Wer aber vernünftig ist und unsere Tipps beherzigt, kann beruhigt auf die Piste, in die Berge oder, wer möchte (wenn es denn sein muss…), zum Après-Ski.

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