Ostallgäu / Landsberg
Gesunder Geist in gesundem Körper

Wirtshäuser haben eine lange Tradition - offiziell gilt der Salzburger «Stiftskeller» von 803 als älteste Wirtschaft in Europa. Noch älter sind freilich Beherbergungsstätten (lateinisch: Hospital). Darum dreht es sich beim 18. europaweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September: «Historische Orte des Genusses». Mehrere Objekte sind dabei in der Region zu besichtigen (siehe Info-Kasten).

Schon in der Antike mussten Reisende, Heilsuchende oder Kränkelnde versorgt werden und fanden Labsal in den Tempeln des Gottes Apollo. Später wurden daraus Asklepieion (Heilstätten und Sanatorien), benannt nach Apollos Sohn Asklepius. Die Kreuzritter der Johanniter brachten die Kultur der Hospitale im 11. Jahrhundert nach Deutschland. 1249 wurde das erste Spital in Kaufbeuren gebaut - natürlich außerhalb der Stadtmauern, da Kranke wegen der Ansteckungsgefahr vor den Toren versorgt wurden, erläutert Werner Fehr von der städtischen Unteren Denkmalbehörde.

Zwei Mal wurde das Haus durch Kriegswirren zerstört, bis es 1380 als Spitalhof mit Kirche am heutigen Standort gebaut wurde, so Fehr. Nach der Säkularisation wurde die Kirche bedeutungslos, 1807 «auf Abbruch verkauft» und etwa zehn Jahre später abgerissen - aber der frühgotische Gewölbekeller blieb. Darauf entstand ein evangelisches Schulhaus, das 1937 zur Berufs- und später zur Realschule wurde. 1960 musste das Gebäude dem Umbau der Spittelmühlkreuzung weichen, danach baute die Kreishandwerkerschaft 1981, berichtet Fehr. Im historischen Gewölbe zog die Wirtschaft «Zunftkeller» ein - mittlerweile betreibt dort Heinz Gom den «Dicken Hund», der nun besichtigt werden kann.

Auch die St. Dominikus Kirche an der Augsburger Straße gehörte zu einem Hospital zur Pflege von Leprakranken. Später war es ein Siechenhaus, dann ein Blatternhaus und schließlich das «Äußere Spital». Heute ist auf dem Gelände das Alten- und Pflegeheim der Hospitalstiftung. Zum Denkmaltag steht die sonst geschlossene Kirche von 14 bis 16 Uhr offen.

Ganztags ist das Gasthaus «Zur Traube» und das Kaltentaler Brauhaus in Aufkirch geöffnet.

Um 1790 wurde das Gebäude errichtet und seit 1840 war darin eine Brauerei.

1994 wurde es renoviert und schon ein Jahr später folgte die erste von zwei Prämierungen.

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