Seeg / Ostallgäu
Gesucht: Spender für Knochenmark

Noch eine Woche vor Ostern führt die zwölfjährige Sophia ein ganz normales Leben. Dann der Schock beim Arzt: Die Seegerin leidet an einer seltenen Knochenmarkkrankheit. Doch sie hat Glück im Unglück. Ihr kleiner Bruder kann Sophia das lebensnotwendige Mark spenden. «Andere Menschen finden oft keinen geeigneten Spender in der Familie», sagt ihr Onkel, Peter Rietzler. Deshalb hat er sich mit anderen Seegern zusammengetan: Gemeinsam suchen sie Geldgeber und Freiwillige, die sich in die Datenbank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) eintragen lassen.

«Als ich erfahren habe, dass meine Nichte krank ist, habe ich mich mit meinen Feuerwehrkameraden beraten, wie wir Sophia helfen können», sagt Rietzler. Die Zwölfjährige ist an einer schweren aplastischen Anämie erkrankt - die körpereigene Reproduktion der Stammzellen funktioniert nicht mehr. Eine äußerst seltene Erkrankung, seit acht Jahren ist dies wieder der erste Fall in Bayern. Die einzige Heilungsmöglichkeit ist eine Transplantation von Stammzellen.

Momente der Verzweiflung für Sophia und ihre Familie: was tun, wenn sich kein Spender findet? Die Wahrscheinlichkeit bei Geschwistern liegt nur bei 1:4. Doch Sophia hat Glück: Ihr jüngerer Bruder erweist sich als geeigneter Spender. Nach einer Chemotherapie werden der Zwölfjährigen 700 Milliliter Knochenmark übertragen. Mittlerweile können alle wieder aufatmen: «Sophia geht es wieder ganz gut», so der Onkel.

Am Donnerstag sei sie bereits mit der Mutter ins Elternwohnheim nahe des Krankenhauses umgezogen. «Vielleicht kann sie schon nächste Woche wieder heim nach Seeg. Wir erwarten Sophia schon alle sehnlichst», sagt ihr Onkel.

Noch vor den Sommerferien

Dennoch wollen Rietzler und die anderen Helfer für zukünftige Fälle gewappnet sein. «Ich bin selbst schon seit 17 Jahren als Knochenmarkspender registriert», erklärt er. Seinem Beispiel sollen auch andere Folgen: Rietzler hat mittlerweile Kontakt mit der DKMS aufgenommen. Geplant ist eine Typisierungsaktion im Seeger Feuerwehrhaus, bei der sich noch vor den Sommerferien an einem Aktionstag Freiwillige Blut von Krankenschwestern und Arzthelferinnen abnehmen lassen. «Dort werden dann zwei Mitarbeiter des DKMS dabei sein und uns beraten», so Rietzler.

Er hofft, dass dann auch genügend Freiwillige kommen. Neben den Feuerwehrkameraden haben die Harmoniemusik Seeg und der örtliche Trachtenverein D'Lobachtaler ihre Unterstützung zugesagt. Und das ist Ehrensache - schließlich ist Sophia in beiden Vereinen Mitglied. Landrat Johann Fleschhut und Bürgermeister Manfred Rinderle wollen als Schirmherren mit dabei sein.

Spendenkonten wurde bereits eingerichtet bei der Sparkasse Allgäu (Konto: 514349661) und bei der Raiffeisenbank Südliches Ostallgäu (Konto: 39403).

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