Natur
Gesprächsabend in Kaufbeuren: Referenten plädieren für ökologische Produkte aus der Region

'Nachhaltig leben und arbeiten?' – Diese Frage stand als Leitgedanke eines gut besuchten Gesprächsabend der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB), in Zusammenarbeit mit Kolping, dem Stefanuskreis, dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB), im Pfarrsaal Heilige Familie in Kaufbeuren. KAB-Vorsitzender und Diskussionsleiter Hans Reich zeigte einleitend auf, dass Nachhaltigkeit zu den großen Themen unserer Gegenwart gehöre. Zu einer nachhaltigen Gesellschaft könnten alle durch einen bewussteren Lebensstil konkret beitragen.

Martin Sandler, Solar- und Energiepionier aus Kaufbeuren, Alois Hofer, Biobauer und Direktvermarkter aus Aufkirch, und Christine Räder vom Bioring und Bund Naturschutz aus Ebersbach, beleuchteten das Thema von verschiedenen Seiten.

Sandler zeigte zunächst auf, dass die ursprüngliche Definition von Nachhaltigkeit im forstwirtschaftlichen Denken wurzele. Erstmals wurde diese Grundidee demnach 1560 in der kursächsischen Forstordnung formuliert. Grund sei der hohe Bedarf an Holz für die Bergwerksverbauungen gewesen. Der Begriff Nachhaltigkeit selbst werde auf eine Publikation von Hans Carl von Carlowitz aus dem Jahr 1713 zurückgeführt, in der dieser die 'nachhaltende Nutzung' der Wälder beschrieb.

Sandler zeigte auf, dass er selbst durch den Bericht 'Die Grenzen des Wachstums' an den 'Club of Rome' von 1972 und durch seine christliche Überzeugung geprägt wurde. Diese sei für ihn auch heute noch Ansporn, im Solar- und Energiebereich innovative Entwicklungen voranzutreiben und somit einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten.

Räder zeigte die ökologische Dimension im Begriff auf. Die weltweite Beachtung wirtschaftlicher und sozialer Entwicklungen der natürlichen Lebensgrundlagen gelte es zu erhalten. Nachhaltigkeit bedeute so zu leben und zu arbeiten, dass auch spätere Generationen über eine intakte Lebensgrundlage verfügen. 'Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches Gefüge hinterlassen.' Das eine sei ohne das andere nicht zu haben.

Nicht zukunftsfähig seien Strategien zur Entwicklung der Landwirtschaft, die weltweit zu Übernutzung, Degradation und Erosion von Böden sowie zur Kontamination von Luft und Wasser führen, machte Christine Räder deutlich. Lebensmittel sollten regional, saisonal und biologisch sein. Durch geringere Lagerungs- und Transportkosten werde die Ökobilanz verbessert und die ortsansässige Wirtschaft unterstützt.

Fleisch von Tieren sollte aus artgerechter Haltung und von regionalen Quellen kommen. Beim Kauf von Kleidung sollten die Verbraucher darauf achten, dass diese aus nachhaltiger Produktion stamme, schadstoffgeprüft und fair gehandelt sei, so Räder.

Im Anschluss daran zeigte Hofer zunächst auf, wie er seine bäuerliche Landwirtschaft in einen biologischen Betrieb umbaute und anfänglich dafür von vielen nicht nur belächelt, sondern sogar angefeindet worden sei. Er empfahl, beim Einkauf darauf zu achten, dass die Lebensmittel ökologisch und fair gehandelt sind.

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